PV-Halbjahresbilanz 2026: Zubau stabil, aber der Markt kippt zu Großanlagen

Luftaufnahme einer Gewerbehalle mit großer Photovoltaik-Dachanlage im Industriegebiet
Der PV-Zubau erreicht im ersten Halbjahr 2026 rund 7,4 Gigawatt – doch ausgerechnet die Gewerbesegmente brechen ein. Warum das für KMU eine Chance ist und wie Unternehmen das Zeitfenster vor dem EEG-Systemwechsel nutzen.

Artikel teilen

  • 7,4 GW PV-Zubau im ersten Halbjahr 2026 – Wachstum hält an
  • Plus beruht laut BSW-Solar vor allem auf Vorzieheffekten
  • Gewerbesegmente 30 bis 750 kW verzeichnen die stärksten Rückgänge
  • Freiflächenanlagen liefern mehr neue Leistung als alle Dachanlagen
  • Vor dem EEG-Systemwechsel öffnet sich ein Zeitfenster für Gewerbedach-PV

Der Photovoltaik-Zubau in Deutschland bleibt auf hohem Niveau: Nach aktueller Auswertung der Bundesnetzagentur wurden im ersten Halbjahr 2026 netto rund 7.394 Megawatt neue Solarleistung im Marktstammdatenregister erfasst. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) beziffert das Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf knapp neun Prozent. Auf den ersten Blick eine Erfolgsmeldung – doch hinter der Gesamtzahl verschiebt sich die Struktur des Marktes deutlich. Und genau diese Verschiebung sollten Entscheider in Unternehmen und Kommunen jetzt kennen.

Die Halbjahreszahlen im Detail: Großanlagen tragen den Markt

Im Juni lag der Netto-Zubau bei rund 1.268 Megawatt und damit auf dem Niveau der Vormonate. Bemerkenswert ist die Verteilung im Halbjahr: Nur 1.002 neue Freiflächenanlagen brachten zusammen rund 4.010 Megawatt – mehr als die etwa 185.000 neuen Dachanlagen mit insgesamt 3.186 Megawatt. Eine Auswertung des Dienstleisters EWS zeigt zudem: Bei Anlagen bis 750 Kilowatt gab es mit 388.000 Neuregistrierungen 18 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025, besonders stark fiel der Rückgang in den Segmenten von 30 bis 100 und 100 bis 750 Kilowatt aus – also exakt dort, wo typische Gewerbedächer liegen. Dass die Bilanz dennoch positiv ausfällt, führt der BSW-Solar vor allem auf Sondereffekte zurück: den Wunsch nach Energieunabhängigkeit und Vorzieheffekte wegen der ab 2027 geplanten Förderkürzungen.

Einordnung: Warum das schwache Gewerbesegment eine Chance ist

Aus unserer Sicht ist die Zurückhaltung im Mittelfeld des Marktes bemerkenswert – denn wirtschaftlich spricht vieles für das Gewerbedach. Wer Solarstrom direkt im eigenen Betrieb verbraucht, ist von der beschlossenen EEG-Novelle weit weniger betroffen als Volleinspeiser, und die zuletzt unterzeichnete Dach-Ausschreibung zeigt, wie wenig Wettbewerb derzeit um attraktive Zuschläge herrscht. In Kombination mit einem Gewerbespeicher lassen sich zudem negative Strompreise und Lastspitzen aktiv bewirtschaften. Der BSW-Solar warnt zugleich, das aktuelle Tempo reiche nicht für das gesetzliche Ausbauziel von 215 Gigawatt bis 2030 – Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig spricht von einem Ausbau, der „kein Selbstläufer“ sei. Diese Einschätzung teilen wir: Die Rahmenbedingungen werden ab 2027 rauer, nicht besser.

Für die kommenden Monate gilt deshalb: Wer eine PV-Anlage auf Halle, Bürogebäude oder kommunaler Liegenschaft plant, sollte Wirtschaftlichkeit und Netzanschluss jetzt prüfen lassen – noch gelten die aktuellen Konditionen, und Projekte mit Inbetriebnahme vor dem Systemwechsel sichern sich den bestehenden Rahmen. Eine unabhängige Energieberatung klärt dabei nicht nur die Auslegung auf den Eigenverbrauch, sondern auch, ob langfristige Lieferverträge über eine PPA-Strategie das Projekt zusätzlich absichern. Der Strukturwandel des PV-Marktes ist kein Grund zur Zurückhaltung – er ist das Signal, die eigene Dachfläche endlich als Wirtschaftsgut zu begreifen.

Quellen & weiterführende Informationen

Ihre Dachfläche kann mehr, als ungenutzt zu bleiben: Unsere qualifizierten Energieberater berechnen, ob sich Photovoltaik mit Eigenverbrauch, Speicher oder PPA für Ihren Standort rechnet – unabhängig und förderoptimiert. Sichern Sie sich jetzt Ihr kostenfreies Auftaktgespräch, bevor der EEG-Systemwechsel die Spielregeln ändert.

Wir unterstützen Sie!

Vereinbaren Sie Ihr kostenfreies und unverbindliches Auftaktgespräch.

Zum Newsletter anmelden

Kostenlose Fachbeiträge & News für KMU, WEGs und Hausverwaltungen, Immobilieneigentümer und Industrie.

Mehr News