Neue DIN 18032-1 im Entwurf: Was Schulträger und Kommunen jetzt zur Sporthallen-Technik wissen müssen

Fachplaner prüft Heizung und Lüftung in einer Schul-Sporthalle nach DIN 18032-1
Der Entwurf der DIN 18032-1 ordnet die Planung von Sporthallen neu: Heizung raumweise regelbar, Lüftung nach CO₂-Last. Was Kommunen und Schulträger bei Neubau und Sanierung jetzt berücksichtigen sollten.

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  • Entwurf DIN 18032-1 seit 10.07.2026, bis Weißdruck gilt Fassung 2014-11
  • Heizung raumweise getrennt und bedarfsgerecht regelbar, Umluft bei Luftheizung
  • Richtwerte: Halle 20 °C, Umkleide 22 °C, Dusche 24 °C
  • Außenluft nach DIN EN 16798-1, CO₂-Tabelle mit 20–110 l/h je Person
  • Quell- oder Schichtlüftung empfohlen, Betrieb nach VDI 6022 Blatt 1

Für die Planung von Sporthallen an Schulen und in kommunaler Trägerschaft liegt ein neuer Maßstab vor: Am 10. Juli 2026 ist der Entwurf der DIN 18032-1 „Sporthallen – Hallen und Räume für Sport und Mehrzwecknutzung – Teil 1: Grundsätze für die Planung“ erschienen. Er soll die Fassung von 2014 ablösen und übernimmt zugleich die bisherige DIN 18032-4 zu Raumakustik und Schallschutz. Für die Gebäudetechnik enthält der 54-seitige Entwurf eigene Kapitel zu Heizung und Lüftung sowie einen neuen Anhang zur Lüftung. Ausgenommen sind Hallen für spezielle Sportarten wie Eissport, Leichtathletik oder Tennis.

Was der Entwurf für Heizung und Lüftung vorgibt

Nach der Auswertung des Fachdienstes cci Dialog verlangt der Entwurf, dass Halle und Nebenräume raumweise getrennt und bedarfsgerecht beheizt werden können. Zulässig sind Flächen- und Strahlungsheizungen, Deckenlufterhitzer, RLT-Anlagen oder eine Kombination daraus. Wird mit Luft geheizt, muss Umluftbetrieb möglich sein. Als Raumtemperaturen empfiehlt der Entwurf 20 °C für Halle und Zusatzsporträume, 22 °C für Umkleiden und 24 °C für Duschräume.

Die Lüftung muss ausreichend und bedarfsgerecht sein, entweder über RLT-Anlagen oder natürlich. Die Außenluftvolumenströme richten sich nach DIN EN 16798-1 in der Fassung von 2022. Neu ist der informative Anhang F mit einer Tabelle zu den CO₂-Emissionen von Personen je nach Raumtyp und Aktivität, laut cci Dialog zwischen 20 und 110 Litern pro Stunde und Person. Für die Zuluft in der Halle empfiehlt der Entwurf Quell- oder Schichtlüftung. Für Ausführung und Betrieb verweist er auf DIN EN 16798-3 und VDI 6022 Blatt 1.

Einordnung: Aus der Normvorgabe wird eine Regelungsaufgabe

Aus unserer Sicht liegt die eigentliche Neuerung weniger in den Richtwerten als im Wort „bedarfsgerecht“. Eine Sporthalle ist vormittags mit einer Schulklasse belegt, nachmittags mit Vereinstraining, abends mit einer Versammlung, dazwischen steht sie leer. Wer Außenluftmengen an der tatsächlichen CO₂-Last ausrichten will, braucht eine Regelung, die Belegung erkennt und Heizung sowie Lüftung raumweise nachführt. Fehlt diese Steuerung, läuft die Anlage im Zweifel dauerhaft auf Auslegungslast. Die empfohlene Quell- oder Schichtlüftung passt dazu: Sie bringt die Luft dort ein, wo sich Menschen aufhalten, statt das gesamte Hallenvolumen gleichmäßig zu durchspülen. Neu im Entwurf ist zudem ein Abschnitt zu Geräuschen gebäudetechnischer Anlagen, der bei Auswahl und Platzierung der Lüftungsgeräte mitzuprüfen ist.

Für Kommunen und Schulträger heißt das: Bei Sanierung und Neubau sollte die TGA-Planung die Mess-, Steuer- und Regelungstechnik von Beginn an mitdenken und nicht als nachgelagertes Gewerk behandeln. Eine Energieberatung für Nichtwohngebäude liefert die Ausgangsdaten des Bestands, die Fachplanung übersetzt sie in Zonierung, Luftführung und Regelstrategie.

Noch handelt es sich um einen Entwurf; bis zur endgültigen Fassung gilt DIN 18032-1:2014-11. Wer jetzt eine Hallensanierung plant, sollte die Entwurfsvorgaben dennoch berücksichtigen, damit die Anlage nicht schon bei Inbetriebnahme hinter dem kommenden Stand zurückbleibt. Ebenso wichtig ist der Betrieb danach: Erst ein dauerhaftes Monitoring zeigt, ob Temperaturen, Luftmengen und Betriebszeiten im Alltag der Belegung folgen. Im kommunalen Energiemanagement gehört die Sporthalle deshalb nach unserer Einschätzung zu den Liegenschaften, bei denen sich die Auswertung der Betriebsdaten besonders lohnt. Unser Ingenieurteam nutzt dafür die eigene Software Coobase.

Quellen & weiterführende Informationen

Unser Ingenieurteam plant Heizung, Lüftung und Regelung Ihrer Sporthalle nach dem kommenden Normstand und begleitet den Betrieb danach mit dauerhaftem Monitoring. So bleibt die Halle nicht nur auf dem Papier bedarfsgerecht, sondern auch im Alltag. Vereinbaren Sie jetzt Ihr kostenfreies Auftaktgespräch.

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