- TTF-Gaspreis am 28.10.: 100,30 €/MWh, höchster Wert seit 2022
- Gas-Jahreskontrakt 2027: 76,63 statt 29,88 €/MWh vor einem Jahr
- Strom 2027 am Terminmarkt: 160,65 €/MWh, rund doppelt so teuer
- Gasspeicher Deutschland Ende Oktober gut 61 %, Vorjahr rund 75 %
- Mehrkosten 2027 in einer Minute: unser Gaskosten-Rechner
Am 28. Oktober hat der europäische Gaspreis eine Marke überschritten, die viele Einkäufer seit 2022 nicht mehr gesehen haben: Der Frontmonat am niederländischen Handelspunkt TTF kostete zeitweise 100,30 Euro je Megawattstunde, am 30. Oktober lag er erneut leicht darüber. Vor Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar waren es rund 32 Euro. Für Betriebe, die Dampf, Heißwasser oder Trocknungswärme mit Erdgas erzeugen, ist das keine Börsennotiz, sondern eine Budgetfrage für 2027. Was der Preissprung für Ihren Verbrauch bedeutet, zeigt unser Gaskosten-Rechner.
Warum der Preissprung bis in die Jahresverträge 2027 reicht
Bemerkenswert ist weniger der Spotpreis als der Terminmarkt. Der Jahreskontrakt Gas für 2027 wurde am 28. Oktober mit 76,63 Euro je Megawattstunde gehandelt, ein Jahr zuvor mit 29,88 Euro. Das erste Quartal 2027 notierte über 97 Euro, erst der Kontrakt für 2028 liegt mit gut 49 Euro deutlich niedriger. Strom für 2027 kostet am Terminmarkt 160,65 Euro je Megawattstunde und damit etwa doppelt so viel wie vor einem Jahr.
Die Ursachen liegen in der Versorgung. Über den Sommer erreichte kaum Flüssiggas aus Katar die EU, im Winter konkurriert Europa mit Asien um freie Ladungen. Die deutschen Speicher waren Ende Oktober zu gut 61 Prozent gefüllt, ein Jahr zuvor zu etwa 75 Prozent. EU-Energiekommissar Dan Jørgensen sprach am 28. Oktober von einer weiteren Energiekrise und einem schwierigen Winter für Bürger und Wirtschaft.
Gaskosten-Rechner 2027: Was der Preissprung Ihren Betrieb kostet
Geben Sie Ihren jährlichen Gasverbrauch, den Energiepreis Ihres laufenden Vertrags und den noch nicht beschafften Anteil für 2027 ein. Gerechnet wird mit dem Jahreskontrakt Gas 2027 vom 28. Oktober 2026 (76,63 Euro je Megawattstunde). Die Auswertung dient der Orientierung und ersetzt kein Angebot.
Was Produktionsbetriebe mit Gas-Prozesswärme jetzt entscheiden sollten
Unsere Einschätzung: Wer seine Gasmengen für 2027 noch nicht vollständig beschafft hat, steht vor drei Fragen zugleich. Erstens: Welche Restmengen sichere ich zu welchem Zeitpunkt ab, besser in Tranchen als an einem einzigen Stichtag? Zweitens: Welche Wärme braucht wirklich hohe Temperaturen? Raumwärme, Warmwasser und Reinigung lassen sich oft mit Wärmepumpen oder ungenutzter Abwärme aus Druckluft und Kälte decken. Drittens: Rechnet sich der Wechsel, wenn auch Strom teurer wird? Weil Strom für 2027 ebenfalls rund doppelt so teuer gehandelt wird, entscheidet nicht der Gaspreis allein, sondern das Verhältnis beider Preise, die Effizienz der Anlage und ihre Steuerung im Betrieb.
Genau diese Fragen beantwortet ein Transformationsplan: Er erfasst den Wärmebedarf nach Temperaturniveau, bewertet Wechselpfade und bringt Investitionen in eine belastbare Reihenfolge. Gefördert wird die Erstellung im Modul 5 der Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft, als Zuschuss über das BAFA oder als KfW-Kredit mit Tilgungszuschuss. Der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden und ist bis Ende 2028 möglich. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt der Transformationsplan der DeguDent GmbH.
Für die Umsetzung zählt mehr als der Kesseltausch. Unsere qualifizierten Fachplaner verbinden Energieberatung, die Planung von Prozesswärme und Abwärmenutzung und die Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, die Wärmepumpe, Speicher und verbleibenden Gaskessel im Betrieb sinnvoll verknüpft. Erst ein dauerhaftes Monitoring zeigt nach der Umstellung, ob die geplanten Einsparungen auch eintreten.
Ob die Preise im Winter weiter steigen, hängt von der Lage am Golf und vom Füllstand der Speicher ab. Für den Einkauf heißt das, Restmengen 2027 schrittweise abzusichern und die Energiebeschaffung breiter aufzustellen. Für die Strategie heißt es, den Wechselpfad jetzt zu bewerten, damit Investitionen nicht erst im nächsten Preisschock entschieden werden.
Quellen & weiterführende Informationen
- ZfK/dpa: Gaspreis erstmals seit 2022 über 100 Euro (28.10.2026)
- ZfK: Die Krise reicht bis in die Jahreskontrakte (29.10.2026)
- Euronews: EU warnt vor neuer Energiekrise (28.10.2026, englisch)
- energy news magazine (APA/dpa-AFX): Europäischer Gaspreis steigt auf 100 Euro (30.10.2026)
- Förderdatenbank des Bundes: EEW Modul 5 Transformationspläne
Den Gaspreis kann kein Betrieb verhandeln, den eigenen Wärmebedarf aber planen, steuern und dauerhaft überwachen. Unser Ingenieurteam erstellt den geförderten Transformationsplan und begleitet die Umsetzung mit Monitoring und Reporting. Vereinbaren Sie jetzt Ihr kostenfreies Auftaktgespräch und klären Sie, welcher Wechselpfad für Ihren Standort 2027 trägt.









