- dena: hohes Flexibilitätspotenzial in Büro, Handel, Hotel, Schule und Hallenbad
- Verschiebbar: Wärmepumpe und Kälte mit Speicher, Ladepunkte mit langer Standzeit
- Intelligentes Messsystem Pflicht ab 6.000 kWh Jahresverbrauch
- Mit Leistungsmessung: Jahreshöchstleistung bestimmt das Netzentgelt mit
- Schnellcheck: Verschiebepotenzial Ihres Gebäudes in einer Minute
Ein Supermarkt kühlt rund um die Uhr, ein Hotel heizt Warmwasser vor, im Bürogebäude laden Firmenwagen über Nacht. Diese Lasten müssen nicht zu einem festen Zeitpunkt laufen. Sie lassen sich um einige Stunden verschieben, ohne dass Kunden, Gäste oder Mitarbeitende etwas merken. Wer das steuert, nutzt günstige Strompreisfenster und vermeidet teure Lastspitzen. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) bescheinigt Nichtwohngebäuden dafür ein relevantes Potenzial. In der Praxis wird es selten genutzt. Ob Ihr Gebäude infrage kommt, zeigt unser Lastmanagement-Schnellcheck in einer Minute.
Lastmanagement im Gewerbe: Welche Lasten sich verschieben lassen
In ihrer begleitenden Studie zum Projekt SET Pilot 4 (Stand Januar 2026) hat die dena untersucht, wie flexibel Nichtwohngebäude Strom beziehen können. Besonders hohes Potenzial sieht sie bei gewerblichen Bürogebäuden, Handelsgebäuden, Hotels, Schulen und Hallenbädern. Entscheidend ist nicht die Gebäudeart, sondern die Technik darin. Flexibel ist eine Anlage dann, wenn ein Speicher oder ein Spielraum die Lücke überbrückt, während sie früher, später oder gedrosselt läuft.
| Anlage | Verschiebbar, wenn … |
|---|---|
| Wärmepumpe, Kältemaschine | ein Wärme- oder Kältespeicher oder ein zweiter Erzeuger den Betrieb puffert |
| Ladepunkte für Fahrzeuge | die Fahrzeuge lange genug angeschlossen sind und genug Ladeleistung zur Verfügung steht |
| Photovoltaik | Eigenverbrauch und Einspeisung gesteuert werden; zusätzlichen Strom aufnehmen lässt sich nur mit Batterie oder Power-to-Heat |
| Blockheizkraftwerk | die Wärme abgenommen oder gespeichert werden kann |
| Beleuchtung, Bürogeräte | kaum: Hier hilft nur Sparen, nicht Verschieben |
Wie groß das Potenzial je Gebäude ist, zeigt eine Auswertung, die die dena aus der Studie FlexGebER übernimmt. Sie betrachtet nur die Wärme- und Kältebereitstellung, also Wärmepumpen, Blockheizkraftwerke und Kälteanlagen, und beruht auf Gebäudedaten der Jahre 2015 bis 2019:
| Gebäudetyp | Verschiebbare Energie je Gebäude und Jahr |
|---|---|
| Gewerbliches Bürogebäude | rund 9.470 kWh |
| Verpflegung (Gastronomie, Kantine) | rund 8.190 kWh |
| Hotel, Pension | rund 5.600 kWh |
| Kaufhaus, Einkaufszentrum | rund 5.240 kWh |
Unsere Einschätzung: Die Werte sind Durchschnitte und für das einzelne Gebäude nur ein Anhaltspunkt. Mit wachsender Zahl an Wärmepumpen und Ladepunkten nimmt das Potenzial zu, denn beide verlagern Wärme und Mobilität auf den Strom. Ob sich ein Lastmanagement lohnt, entscheidet deshalb die Anlagentechnik vor Ort und nicht der Durchschnitt.
Lastmanagement-Schnellcheck: Wie flexibel ist Ihr Gebäude?
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Orientierung, keine Wirtschaftlichkeitsrechnung: Grundlage sind die Kriterien der dena-Studie SET Pilot 4. Ob sich ein Lastmanagement lohnt, zeigt erst die Analyse von Lastgang, Anlagen und Vertrag.
Woran Lastmanagement scheitert und was ein Gebäude dafür braucht
Die dena nennt drei Gründe, warum das Potenzial selten genutzt wird: Es ist wenig bekannt, Betreiber halten Aufwand und Komplexität für höher als den Nutzen, und es fehlen Energiemanagementsysteme, intelligente Messsysteme und steuerbare Anlagen. Selbst wo eine Gebäudeleittechnik vorhanden ist, fehlt oft das Energiemanagement darüber. Der Praxistest im Projekt zeigt die Details: In einem Bürogebäude in Kassel steuerte eine Software eine Wärmepumpe mit 220 Kilowatt und zehn Kubikmetern Pufferspeicher sowie zwei Ladepunkte mit je 22 Kilowatt. Ladevorgänge und Wärmeerzeugung ließen sich deutlich in günstige Preisfenster verschieben. Hürden waren eine herstellereigene, nicht standardisierte Schnittstelle am Smart-Meter-Gateway und das häufige Takten der zweistufigen Wärmepumpe.
Unsere Einschätzung: Lastmanagement ist zuerst eine Aufgabe der Mess-, Steuer- und Regelungstechnik und erst dann eine Frage des Tarifs. Vier Schritte haben sich bewährt:
| Schritt | Was zu tun ist |
|---|---|
| 1. Messen | Lastgang in Viertelstundenwerten auswerten, Spitzen und Grundlast den Anlagen zuordnen. Ein intelligentes Messsystem ist ab 6.000 kWh Jahresverbrauch ohnehin Pflicht. |
| 2. Grenzen festlegen | Je Bereich bestimmen, wie weit Temperatur und Ladezeit schwanken dürfen und welche Anlagen nicht eingreifbar sind. |
| 3. Steuern | Anlagen über die Gebäudeautomation ansteuerbar machen, Schnittstellen offen planen, eine Rückfallregel für den sicheren Betrieb vorsehen. |
| 4. Prüfen | Mit laufendem Monitoring kontrollieren, ob Verschiebung und Einsparung eintreten und die Anlagen nicht häufiger takten. |
Welches Preissignal sich lohnt, hängt vom Anschluss ab. Bei Entnahmestellen mit Leistungsmessung setzt sich das Netzentgelt aus Arbeitspreis und Jahresleistungspreis zusammen, berechnet auf die Jahreshöchstleistung (§ 17 StromNEV). Hier zählt vor allem, Spitzen zu vermeiden, wie unser Beitrag zum Kappen von Lastspitzen zeigt. Kleinere Betriebe ohne Leistungsmessung können laut dena mit dynamischen Stromtarifen, die Lieferanten seit 2025 Kunden mit intelligentem Messsystem anbieten müssen, oder mit zeitvariablen Netzentgelten für steuerbare Anlagen nach § 14a EnWG günstige Stunden nutzen. Dynamische Tarife bergen allerdings das Risiko von Preisspitzen.
Der Ausblick: Mit jeder neuen Wärmepumpe und jedem Ladepunkt wächst die verschiebbare Last, und Netz- und Strompreise werden zeitabhängiger. Wer jetzt Messung und Steuerung ordnet, ist für beide Entwicklungen vorbereitet. Eine unabhängige Energieberatung klärt, welche Anlagen sich eignen. Unsere Fachplaner verbinden die Lastganganalyse mit der Regelung der Anlagen und kontrollieren die Wirkung danach dauerhaft im Monitoring, etwa mit unserer selbst entwickelten Software Coobase.
Quellen & weiterführende Informationen
- dena: Begleitende Studie SET Pilot 4 – Flexibilisierung in Nichtwohngebäuden (04.02.2026)
- dena: SET Pilot 4 – Flexibilisierung in Nichtwohngebäuden: Potenziale (PDF, Stand 01/2026)
- dena: SET Pilot 4 – KI-basierte Steuerung von Flexibilitäten im Nichtwohngebäude (PDF, Stand 01/2026)
- § 17 StromNEV: Ermittlung der Netzentgelte
Ob Kälte, Wärmepumpe oder Ladepunkte: Unser Ingenieurteam wertet Ihren Lastgang aus, plant die Steuerung der verschiebbaren Anlagen und begleitet den Betrieb dauerhaft mit Monitoring und Reporting, damit die Einsparung messbar bleibt. Vereinbaren Sie jetzt Ihr kostenfreies Auftaktgespräch.








