- EU-Standard VS: Datenanfragen an Zulieferer ab Geschäftsjahr 2027 gedeckelt
- Sachsen-JTF: Fernwärme-Anträge bis 04.11., Weißwasser mit 45 % Quote
- EEW-Förderwettbewerb: bis 60 % Zuschuss, Runde endet voraussichtlich 31.10.
- BEG Nichtwohngebäude: 15 % je Einzelmaßnahme oder KfW bis 2.000 €/m²
- BSI-CS 154: Steuerungen nie direkt aus dem Internet erreichbar machen
Die KW 42 drehte sich um Daten, Förderung und Sicherheit: Ein neuer EU-Standard begrenzt, welche Nachhaltigkeitsdaten Großkunden von ihren Zulieferern verlangen dürfen, Sachsen hat die ersten Fernwärme-Projekte aus dem Just Transition Fund bewilligt, und für Effizienzprojekte in Industrie und Nichtwohngebäuden stehen jeweils zwei Förderwege zur Wahl. Dazu kam ein Cyberangriff auf Kühlanlagen in Frankreich, auf den das BSI mit einer Empfehlung für Steuerungssysteme reagiert hat. Am Donnerstag beschloss der Bundestag zudem den CO2-Preis für 2027. Die Woche im Überblick.
CO2-Daten und Förderung: Was Unternehmen, Versorger und Kommunen jetzt planen sollten
Seit dem 24. September gilt der freiwillige EU-Standard VS. Ab Geschäftsjahren, die am oder nach dem 1. Januar 2027 beginnen, dürfen berichtspflichtige Großunternehmen von Partnern mit bis zu 1.000 Beschäftigten keine Daten verlangen, die über den Standard hinausgehen. Energieverbrauch in MWh sowie Scope-1- und Scope-2-Emissionen bleiben allerdings gesetzt, und Anfragen von Banken zur eigenen Kreditrisikosteuerung fallen nicht unter den Deckel. Unsere Einschätzung: weniger Fragebögen, aber höhere Anforderungen an belastbare Messwerte.
In Sachsen haben sechs Wärmewende-Projekte eine Zusage aus dem Programm „JTF – Zukunftsfähige Energieversorgung“ erhalten, Hoyerswerda allein mehr als 16,4 Millionen Euro. Der laufende Förderaufruf zur Fernwärme endet am 4. November. Die Bescheide zeigen: Die „bis zu 70 Prozent“ sind eine Obergrenze, Weißwasser erhielt 45 Prozent. Regelschemata nach VDI 3814 und eine THG-Berechnung entscheiden über den Zuschlag mit.
Für Effizienzprojekte in der Industrie bietet die EEW Modul 4 oder den Förderwettbewerb: feste Quoten bis 45 Prozent in der Premiumförderung zuzüglich Dekarbonisierungsbonus oder eine selbst gewählte Quote bis 60 Prozent, gereiht nach der Treibhausgaseinsparung je Fördereuro. Die fünfte Wettbewerbsrunde mit 60 Millionen Euro läuft voraussichtlich bis 31. Oktober. Ähnlich stellt sich die Frage bei Gebäuden: In der BEG für Nichtwohngebäude fördert das BAFA Einzelmaßnahmen mit 15 Prozent bis 500 Euro je Quadratmeter, die KfW das Effizienzgebäude mit Krediten bis 2.000 Euro je Quadratmeter und Tilgungszuschüssen. Weil die Heizungsoptimierung nur bis 1.000 Quadratmeter beheizter Fläche gefördert wird, ist Regelungstechnik ab Automationsgrad B für große Gebäude oft der förderfähige Hebel.
Steuerungen und CO2-Preis: Was für den Betrieb zählt
In der Nacht zum 12. Oktober schalteten Unbekannte die Kühlanlagen Hunderter französischer Supermärkte über deren Steuerung in den Abtaumodus. Das BSI hat einen Tag später die Empfehlung BSI-CS 154 veröffentlicht: Steuerungen nicht direkt aus dem Internet erreichbar machen, notwendige Zugriffe absichern, Systeme aktuell halten und das Ganze zur Routine machen. Was das für Betreiber von Gebäudetechnik heißt, beginnt bei der MSR-Planung: Netztrennung, ein gemeinsamer abgesicherter Fernzugang und Update-Fähigkeit gehören ins Leistungsverzeichnis.
Außerdem hat der Bundestag am 15. Oktober die Novelle des Brennstoffemissionshandelsgesetzes beschlossen. Der Preiskorridor bleibt 2027 bei 55 bis 65 Euro je Tonne CO2. Im Ausschuss wurde die geplante Kürzung der Versteigerungsmenge gestrichen, Überschuss- und Nachkaufmengen kosten künftig 71 beziehungsweise 73 Euro. Ab 2028 soll der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr greifen. Für Betriebe mit Gas- oder Ölheizung ist 2027 damit das letzte gut planbare Jahr; eine qualifizierte Energieberatung hilft, Investitionen mit Preisszenarien statt mit dem Korridor zu rechnen.
Der Ausblick: Heute berät der Bundesrat über den Zuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten, seine Ausschüsse empfehlen 6,5 statt 5,525 Milliarden Euro pro Jahr. EEG-Novelle und Netzpaket sollen nun voraussichtlich erst in der Woche ab dem 9. November im Bundestag verabschiedet werden, der Bundesrat könnte am 20. November folgen. Jetzt zum Newsletter anmelden und täglich aktuelle News und kostenlose Fachbeiträge erhalten.
Quellen & weiterführende Informationen
- Deutscher Bundestag: Bundestag novelliert das Brennstoffemissionshandelsgesetz (KW 42/2026)
- ZfK: Energiegesetze-Ticker (Stand 15.10.2026)
- pv magazine: Bundestag wird EEG 2027 und Netzpaket wohl erst im November verabschieden (15.10.2026)
- Bundesrat: Empfehlungen der Ausschüsse zum Übertragungsnetzkostenzuschuss, Drs. 509/1/26 (02.10.2026)
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