- Modul 4 Basis: nur KMU, pauschal 15 bzw. 10 % Zuschuss
- Modul 4 Premium: bis 45 % plus bis 10 Punkte Bonus
- Förderwettbewerb: Quote frei wählbar, bis 60 % der Kosten
- Rangfolge nach THG-Einsparung je Fördereuro, Runde mit 60 Mio. €
- 5. Runde läuft voraussichtlich bis 31.10.2026
Wer in einem Produktionsbetrieb eine ineffiziente Anlage ersetzen, Abwärme nutzen oder Prozesswärme elektrifizieren will, hat in der Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (EEW) zwei Zuschusswege: Modul 4 und den Förderwettbewerb. Beide sehen Zuschüsse von bis zu 20 Mio. Euro je Vorhaben vor, folgen aber unterschiedlichen Regeln. Anlass für den Vergleich: Die fünfte Wettbewerbsrunde mit 60 Mio. Euro Budget läuft voraussichtlich bis einschließlich 31. Oktober 2026.
Zwei Wege, zwei Logiken
In der Basisförderung von Modul 4 erhalten nur kleine und mittlere Unternehmen einen pauschalen Zuschuss: 15 Prozent für kleine, 10 Prozent für mittlere Unternehmen. Voraussetzung ist, dass eine ineffiziente Bestandsanlage ersetzt wird, der Endenergiebedarf um mindestens 15 Prozent sinkt und mindestens 10.000 Euro je Maßnahme investiert werden. Die Premiumförderung steht auch großen Unternehmen offen und verlangt ein Einsparkonzept auf dem BAFA-Formular. Hier sind bis zu 45 Prozent für kleine, 35 Prozent für mittlere und 25 Prozent für große Unternehmen möglich, für Abwärmenutzung, Elektrifizierung sowie Wasserstofferzeugung und -nutzung zusätzlich bis zu 10 Prozentpunkte Dekarbonisierungsbonus. Beantragt wird über die Förderzentrale Deutschland.
Im Förderwettbewerb legt das Unternehmen seine Förderquote selbst fest, bis zu 60 Prozent der förderfähigen Kosten. Maßgeblich ist die Fördereffizienz, also die jährliche Treibhausgaseinsparung je Fördereuro: Die Vorhaben werden danach gereiht und bewilligt, solange das Rundenbudget reicht. Das Verfahren ist zweistufig, erst eine Skizze beim Projektträger, nach positiver Bewertung der Antrag. Die Amortisationszeit ohne Förderung muss über vier Jahren liegen. Das Einsparkonzept erstellen qualifizierte Energieexperten; die Energieberatung dafür wird mit bis zu 5 Prozent des Netto-Investitionsvolumens, höchstens 50.000 Euro, gefördert. Contractoren sind antragsberechtigt, Kommunen und ihre Eigenbetriebe nicht. Laut Programmseite können in der laufenden Runde bis zu 85 Prozent der Antragsteller zum Zug kommen; ist das Budget um die Hälfte überzeichnet, kann die Runde vorzeitig enden.
Welcher Weg sich wann lohnt
Nach unserer Einschätzung spielt der Wettbewerb seine Stärke bei Vorhaben mit hoher CO2-Einsparung je Euro und längerer Amortisation aus, etwa bei Abwärmenutzung oder elektrifizierter Prozesswärme. Wer eine niedrige Quote wählt, verbessert seinen Rang. Modul 4 ist der berechenbarere Weg, wenn die Zuschusshöhe vorab feststehen soll oder ein mittelständischer Betrieb eine einzelne Anlage tauscht. In beiden Programmen gilt: Vor dem Antrag beziehungsweise vor der Bewilligung darf das Vorhaben nicht beginnen, im Wettbewerb zählen schon Lieferverträge.
Wer bis Ende Oktober keine belastbare Skizze vorlegen kann, sollte nicht übereilt einreichen. Der Wettbewerb findet mehrmals im Jahr statt, die Richtlinie gilt bis Ende 2028. Die Zeit lässt sich nutzen, um Verbräuche zu messen statt zu schätzen: Ein Einsparkonzept auf Basis gemessener Lastgänge und sauber geplanter Regelungstechnik überzeugt im Ranking wie in der Prüfung. Wer mehrere Maßnahmen bündelt, gewinnt mit einem Transformationsplan zudem Zeit: Ist die Maßnahme Teil eines solchen Plans, kann die Umsetzungsfrist im Wettbewerb von 48 auf bis zu 60 Monate wachsen. Welche Kombination aus Förderweg und Maßnahmenpaket im Einzelfall die höchste Zusage bringt, klärt eine Fördermittelberatung vor der ersten Bestellung.
Quellen & weiterführende Informationen
Welcher Förderweg für Ihr Effizienzprojekt die höhere Zusage bringt, entscheidet sich am Einsparkonzept und an belastbaren Messdaten. Unser Ingenieurteam prüft Ihr Vorhaben, erstellt das Konzept und begleitet die Umsetzung mit dauerhaftem Monitoring bis zum Verwendungsnachweis. Vereinbaren Sie jetzt Ihr kostenfreies Auftaktgespräch.









