- 195.000 Wärmepumpen im ersten Halbjahr 2026 – plus 40 Prozent
- Zweitstärkstes Halbjahr überhaupt, nur 2023 lag knapp darüber
- BEG läuft verlässlich bis 2030 – aber mit sinkenden Förderdeckeln
- Klimageschwindigkeitsbonus nur noch 16 Prozent, Degression ab Februar 2027
- Frühe Planung sichert Förderhöhe und knappe Fachkapazitäten
Der deutsche Wärmepumpenmarkt hat im ersten Halbjahr 2026 kräftig zugelegt: Nach der gemeinsamen Absatzstatistik des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP) und des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) wurden 195.000 Wärmepumpen von den Herstellern an Großhandel und Fachhandwerk abgesetzt – ein Plus von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und der zweithöchste Halbjahreswert überhaupt. Nur 2023 lag der Absatz mit 196.500 Geräten knapp darüber. Auch der Gesamtmarkt zog an: Insgesamt meldet der BDH 352.000 verkaufte Wärmeerzeuger, ein Zuwachs von 19 Prozent. Für Entscheider, die eine Wärmepumpenplanung für Gewerbe- oder Wohngebäude erwägen, ist diese Marktdynamik mehr als eine Randnotiz – sie verändert die Rahmenbedingungen für jedes anstehende Heizungsprojekt.
Förderung wirkt – und wird planmäßig zurückgefahren
Als Haupttreiber nennt der BWP neben dem gestiegenen Bewusstsein für die Risiken fossiler Wärmeversorgung vor allem die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Genau hier liegt die entscheidende Entwicklung: Seit dem 21. Juli 2026 gelten neue BEG-Förderkonditionen. Die Grundförderung bleibt bei 30 Prozent, der Klimageschwindigkeitsbonus wurde jedoch von 20 auf 16 Prozent reduziert. Die maximal förderfähigen Kosten sinken auf 28.000 Euro für die erste Wohneinheit – und werden ab Februar 2027 im Halbjahrestakt um jeweils 750 Euro weiter abgesenkt, bis 2030. Der Bonus für natürliche Kältemittel entfällt, neu ist ein Wertschöpfungsbonus für Wärmepumpen aus EU-Produktion. Positiv aus Sicht der Branche: Das Programm wird bis 2030 verlässlich fortgeführt, auch die 65-Prozent-Regel für erneuerbares Heizen bleibt bestehen.
Was das für WEGs, Unternehmen und Kommunen bedeutet
Aus unserer Sicht ergibt sich daraus eine klare Entscheidungslogik: Jedes verstrichene Halbjahr reduziert künftig den Förderdeckel – wer den Heizungstausch ohnehin plant, verschenkt mit Abwarten bares Geld. Gleichzeitig zeigt der Absatzsprung, dass Planungsbüros und Fachhandwerk zunehmend ausgelastet sind; Vorlaufzeiten dürften sich verlängern. Gerade bei Nichtwohngebäuden und größeren Wohnanlagen ist der Projektvorlauf ohnehin länger: Heizlastberechnung, Wärmequellenwahl und gegebenenfalls der Einsatz einer Großwärmepumpe wollen sauber dimensioniert sein. Dass sich der Umstieg auch wirtschaftlich trägt, zeigt der Kostenvergleich zwischen Wärmepumpe und Gasheizung – die Betriebskostenvorteile wachsen mit steigenden CO₂-Preisen weiter. Eine fundierte Energieberatung klärt vorab, welche Förderkombination und welche Anlagenkonfiguration im konkreten Objekt das beste Ergebnis liefert.
Der Ausblick: Setzt sich die Dynamik fort, rechnet die Heizungsindustrie für das Gesamtjahr 2026 mit rund 700.000 abgesetzten Wärmeerzeugern. Für Entscheider heißt das, die aktuell noch hohen Förderkonditionen mit dem eigenen Sanierungsfahrplan zu verzahnen – bevor im Februar 2027 die erste Absenkungsstufe greift und die Nachfrage die verfügbaren Kapazitäten weiter verknappt. Unsere Einschätzung: Das Zeitfenster ist offen, aber es schließt sich in kalkulierbaren Schritten.
Quellen & weiterführende Informationen
- TGA-Fachmagazin: Wärmepumpen-Absatz Deutschland – erstes Halbjahr 2026 (06.08.2026)
- HaustechnikDialog: Wärmepumpen-Absatz wächst im ersten Halbjahr auf 195.000 Anlagen
- cci Dialog: BWP/BDH – Heizungsmarkt wächst, Wärmepumpen geben positive Impulse (11.08.2026)
- Intelligent heizen (VdZ): Heizungsförderung 2026 – das ändert sich bei KfW und BEG
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