Energieeffizienzklasse Haus – Alles was Sie zu Energieeffizienzklassen für Gebäude wissen müssen!

In diesem Ratgeber beantworten wir alle wichtigen Fragen rund um die Energieeffizienzklassen für Häuser. Welche Energieeffizienzklassen gibt es für ein Haus? Was bedeuten die einzelnen Energieeffizienzklassen für ein Haus? Wie wichtig ist die Energieeffizienzklasse für ein Haus? Und welche baulichen und energetischen Maßnahmen kann oder gar muss ich umsetzen, um die Energieeffizienzklasse für mein Haus zu verbessern? Wir erklären außerdem wie die Energieeffizienzklasse eines Hauses berechnet werden kann, welcher Energieausweis wann benötigt wird und welche Fördermaßnahmen von Bund und Ländern Sie dabei unterstützen können, die Energieeffizienzklasse für Ihr Haus zu verbessern.

Energieeffizienzklasse Haus

Welche Energieeffizienzklassen für Häuser gibt es?

Neubauten, Bestandsimmobilien, Altbauten, Denkmalschutzhäuser: Je nach Baujahr und baulichem Zustand unterscheiden sich die Gebäude und deren Energieeffizienz.  Energieeffizienz für ein Haus bedeutet vor allem: weniger Energieeinsatz für das gleiche Energieergebnis.

Diese Energieeffizienz zu verbessern ist Ziel der Energieeinsparverordnung (EnEV), die Teil der deutschen und europäischen Umweltpolitik ist. Hierzu hat die EnEV Standards und Höchstwerte definiert, die sowohl bei einem Neubau als auch bei der Sanierung von Bestandsimmobilien eingehalten werden müssen. Je nach Gebäudealter oder anderer Besonderheiten wie Denkmalschutz gelten Sonderregelungen.

Jedes Haus, ob bestehend oder Neubau, verfügt also über eine Energieeffizienzklasse, die im Energieausweis angegeben wird und die aussagt, wie der Energieverbrauch einer Immobilie ist. Dieses System wurde im Jahr 2007 eingeführt, Energieausweise gibt es seit 2014. Ältere Energieausweise reichen bis zur Klasse J (am wenigsten effizient), aktuelle Varianten bis H.

Das sind die Energieeffizienzklassen für ein Haus im Überblick:

Was bedeutet Energieeffizienzklasse A+ beim Haus?

KFW-40 Haus oder Passivhaus mit einem Energiewert von 0-30 kWh/(m² x a).

Passivhäuser sind unter anderem stark gedämmt und nutzen zur Wärmegewinnung passive Energiequellen wie Solarenergie. Zudem verfügen sie über eine Lüftungsanlage zur Wärmerückgewinnung. Passivhäuser sind meist Neubauten, bei denen diese Maßnahmen von Anfang an berücksichtigt werden. Bei Bestandsimmobilien empfiehlt es sich, von einem Energieeffizienz-Experten, wie einem qualifizierten KfW-Energieberater, bewerten zu lassen, welche Maßnahmen ergriffen werden können, um das Haus energetisch aufzuwerten.

Was bedeutet Energieeffizienzklasse A beim Haus?

Gebäude mit einem Energiewert von 30-50 kWh/(m² x a) (auch KfW-50 Haus oder 3-Liter-Haus genannt).

3-Liter-Häuser können Häuser unterschiedlichster Bauweise sein, sowohl Massivhäuser als auch Häuser in Holztafelbauweise sind möglich. Bei Drei-Liter Häusern geht es lediglich darum, dass sie pro Quadratmeter und Jahr umgerechnet nicht mehr als drei Liter Heizöl verbrauchen. Dieses Konzept eignet sich auch für die Modernisierung von Bestandsimmobilien, z.B. durch eine bessere Dämmung, den Austausch von Fenstern oder den Einbau einer modernen Heizanlage.

Was bedeutet Energieeffizienzklasse B beim Haus?

Energiebedarf von 50-75 kWh/(m² x a) (klassisches Niedrigenergiehaus).

Niedrigenergiehäuser unterliegen keinen einheitlichen Vorgaben. Die meisten Neubauten, die den EnEV-Anforderungen entsprechen, fallen unter diese Kategorie. Zentral bei Niedrigenergiehäusern ist die Dämmung, sowohl der Wände als auch des Daches. Viele Niedrigenergiehäuser arbeiten zudem mit Lüftungsanlagen, welche die Luftzirkulation regulieren. Auch Bestandsimmobilien können zum Niedrigenergiehaus werden, wenn sie entsprechend saniert werden. Auch hier sind die Dämmung sowie der Austausch der Fenster zentral.

Was bedeutet Energieeffizienzklasse C beim Haus?

Neubauten, die der Energieeinsparverordnung entsprechen und 75-100 kWh/m² verbrauchen.

Die Gebäude-Energieeffizienzklasse C gilt mittlerweile als Mindestanforderung an Neubauten, die meisten Neubauten fallen bereits in die Klasse B. Fällt das eigene Haus in die Klasse C, kann mithilfe eines Energieeffizienzexperten herausgefunden werden, wie eine bessere Klasse erreicht werden. Meist reicht hierfür eine bessere Wärmedämmung oder der Austausch der Heizanlage aus.

Was bedeutet Energieeffizienzklasse D beim Haus?

Energieverbrauchswert von 100-130 kWh/(m² x a).

Hierbei handelt es sich oftmals um ältere Einfamilienhäuser, die energetisch nachgerüstet werden können. Es empfiehlt sich, mit Experten zusammenzuarbeiten, die sich die Bestandsimmobilie ansehen und erarbeiten, mit welchen Maßnahmen eine bessere Klasse erreicht werden kann. In älteren Gebäuden können zum Beispiel ältere Holzfenster gegen Kunststofffenster mit Mehrfachverglasung getauscht oder das Dach neu gedämmt werden.

Was bedeutet Energieeffizienzklasse E beim Haus?

Verbrauchswert von 130-160 kWh/(m² x a).

In die Klasse E fallen meist Gebäude, die nach dem energetischen Standard der 2. Wärmeschutzverordnung von 1982 gebaut wurden. Auch hier gilt es, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um den Verbrauch zu senken.

Was bedeutet Energieeffizienzklasse F beim Haus?

Verbrauchswert von 160-200 kWh/(m² x a).

Gebäude in der Klasse F sind ähnlich alt wie in der Klasse E und wurden seitdem noch nicht energetisch saniert. Neben einer besseren Dämmung kann unter anderem eine neue Heizanlage zu einem niedrigeren Verbrauch führen. Das Hinzuziehen von Energieeffizienz-Experten ist hierbei ratsam, um die bestmöglichen Lösungen zu finden.

Was bedeutet Energieeffizienzklasse G beim Haus?

Verbrauchswert von 200-250 kWh/(m² x a) (Gebäude ohne Energiesparmaßnahmen).

Diese Gebäude wurden meist nach dem energetischen Standard der 1. Wärmeschutzverordnung von 1977 erbaut. Wie bei Klasse E und F gilt es, gemeinsam mit einem Experten nach geeigneten Maßnahmen zu suchen, um das Gebäude energetisch aufzuwerten.

Was bedeutet Energieeffizienzklasse H beim Haus?

Verbrauchswert über 250 kWh/(m² x a).

In die Klasse H fallen meist nicht sanierte oder besonders schlecht gedämmte Gebäude. Es handelt sich dabei häufig um Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen, was eine energetische Aufwertung erschwert.

Wie wird die Energieeffizienzklasse für ein Haus berechnet?

Zunächst muss zwischen zwei Varianten des Energieausweises unterschieden werden: Es gibt den Bedarfsausweis und den Verbrauchsausweis.

Der Bedarfsausweis

► Wird meist bei Neubauten erstellt, da er auf technischen Gutachten basiert, in denen berechnet wird, wie hoch der theoretische Energiebedarf eines Gebäudes sein sollte. Grundlage hierfür sind bauliche Aspekte wie die Fassade, Heizungsanlage oder die eingesetzten Fenster.

Im Energieausweis wird dann der Endenergiebedarf angezeigt. Dieser zeigt an, wie viel Energie das Gebäude jährlich braucht (Lüftung, Heizung, Warmwasser). Für die Berechnung werden u.a. die Dämmung und Wandstärke berücksichtigt. Im Energieausweis wird zudem der Primärenergiebedarf aufgezeigt. Aus ihm kann abgeleitet werden, wie viel Energie benötigt wird, um eine bestimmte Menge an Wärme zu erzeugen.

Der Verbrauchsausweis

► Basiert auf dem von den Bewohnern eines Hauses verursachten tatsächlichen Energieverbrauch. Es werden dabei immer mindestens die Verbräuche von drei Abrechnungsperioden berücksichtigt.

Ein Energieausweis gilt dabei nie für einzelne Wohnungen, sondern für das ganze Haus. Zudem muss das Baujahr berücksichtigt werden, denn Häuser vor 1977 wurden anders gedämmt als später erbaute Häuser (seit 1977 gibt es Wärmeschutzverordnungen). Darum müssen in besonders alten Gebäuden immer mindestens fünf Wohnungen vorhanden sein, da sonst die Ergebnisse durch das Verhalten einzelner Bewohner verfälscht werden können. Häuser nach 1977 dürfen auch weniger als fünf Wohnungen beinhalten.

Auch im Verbrauchsausweis wird der Endenergieverbrauch aufgeführt, der besagt, wie viel Energie für ein Gebäude in den vergangenen drei Jahren pro Quadratmeter benötigt wurde, um dieses zu beheizen. Auch hier wird der Primärverbrauch dargestellt. Dieser zeigt auf, wie hoch die CO2-Emissionen des im Gebäude genutzten Energieträgers sind. Hierfür wird der Verbrauch mit einem Faktor für Strom (1,8) bzw. Sonnenenergie (0) multipliziert.

Wofür wird ein Energieausweis benötigt und wie wird er ausgestellt?

Im Jahr 2021 wurde das Gebäudeenergiegesetz eingeführt (GEG), welches die oben genannte EnEV, das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) und das Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz (EEWärmeG) zusammenfasst. Es regelt neben baulichen und technischen Anforderungen an neue und bestehende Gebäude unter anderem den Einsatz erneuerbarer Energien im Wärmebereich.

Sollten Sie einen Energieausweis für Ihre Immobilie benötigen, nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf. Die Energieeffizienz-Experten der Cornelius Ober GmbH erfüllen die Anforderungen der EnEV zur Berechtigung, einen Energieausweis ausstellen zu dürfen (für weitere Informationen klicken Sie bitte hier).

Wie kann die  Energieeffizienzklasse für ein Haus verbessert werden?

Kauf einer Bestandsimmobilie: Wird eine Bestandsimmobilie mit einer hohen Energieeffizienzklasse erworben (bspw. F) besteht die Möglichkeit, durch eine energetische Sanierung eine bessere Energieeffizienzklasse zu erhalten. Insbesondere bei älteren Immobilien sind die Schwachstellen häufig die Dachdämmung oder die Fassadendämmung in Verbindung mit alten, schlecht isolierenden Fenstern. Auch der Austausch alter Heizkessel gegen neue Heizmöglichkeiten oder die Installation einer Solarthermieanlage helfen dabei, die Immobilie energetisch aufzuwerten.

Neubau: Bei einem Neubau gibt es Möglichkeiten, von Anfang an energieeffizient zu planen und zu bauen. Ein Beispiel dafür ist das KfW-Effizienzhaus bzw Energieeffizienzhaus. Der Begriff Effizienzhaus ist ein Qualitätszeichen, das von der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) zusammen mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und der KfW entwickelt wurde. Die KfW nutzt dieses Qualitätszeichen im Rahmen ihrer Förderprogramme „Energieeffizient Bauen“ und „Energieeffizient Sanieren“. Bei einem solchen Haus wird zwischen verschiedenen Kategorien unterschieden, z.B. KfW 100, KfW 85 usw. Diese geben den maximalen Prozentwert des berechneten Primärenergiebedarfs des Referenzgebäudes an. Seit der Einführung der Bundesförderung für effiziente Gebäude bleiben die Standards zwar weitestgehend erhalten, die Bezeichnung lautet allerdings nur noch Effizienzhaus.

Ob energetische Sanierung einer Bestandsimmobilie oder Neubau, solche Vorhaben sind immer kostspielig, deswegen gibt es unterschiedlichste Fördermittel, die sowohl für Neubauten als auch für energetische Sanierungen zur Verfügung stehen. Sie möchten mehr darüber erfahren? Dann lesen Sie die Möglichkeiten einer Fördermittelberatung der Cornelius Ober GmbH oder nehmen Sie direkt Kontakt mit uns auf. Unsere BAFA- und KfW-qualifizierten Energieeffizienz-Experten beraten Sie gern zu Fördermöglichkeiten für Ihre Immobilie.

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