Split-Klimageräte: günstiger heizen als mit Gas

Energieberater erklärt eine Split-Klimageräte-Außeneinheit an einem Gewerbegebäude
Split-Klimageräte können mehr als kühlen: Laut Stiftung Warentest heizen sie günstiger als Gas und senken den CO₂-Ausstoß. Wir ordnen ein, wann sich die Luft-Luft-Wärmepumpe für Gewerbe, WEGs und Kommunen lohnt.

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  • Stiftung Warentest (6/2026) bestätigt: Split-Klimageräte heizen günstiger als eine reine Gasheizung.
  • Als Luft-Luft-Wärmepumpe übernimmt das Gerät in der Beispielrechnung rund 80 % der Heizarbeit.
  • Ersparnis über 15 Jahre: mehr als 2.000 Euro – bei rund halb so hohen Treibhausgasemissionen.
  • Für Gewerbe, WEGs und Kommunen ein günstiger Einstieg in die Elektrifizierung der Wärme.
  • Auslegung, Warmwasser, Schallschutz und Förderung entscheiden – eine unabhängige Energieberatung schafft Klarheit.

Split-Klimageräte gelten vielen noch als reine Sommerhilfe gegen Hitze. Ein aktueller Test der Stiftung Warentest (Ausgabe 6/2026) rückt sie nun in ein neues Licht: Die Geräte können nicht nur kühlen, sondern auch wirtschaftlich heizen. Denn ein Split-Klimagerät ist technisch nichts anderes als eine Luft-Luft-Wärmepumpe – und arbeitet im Heizbetrieb erstaunlich günstig.

Was der Test zeigt

Geprüft wurden mehrere fest installierte Split-Geräte der Leistungsklassen 2,5 und 3,5 kW sowie ein mobiles Modell. Die große Mehrheit schnitt mit „Gut“ ab – bewertet wurde ausdrücklich auch der Heizbetrieb. Das zentrale Ergebnis: Selbst die weniger effizienten Geräte heizen günstiger als eine reine Gasheizung und verursachen dabei deutlich weniger Treibhausgase.

In der Beispielrechnung der Tester übernimmt das Klimagerät rund 80 Prozent der Heizarbeit, eine bestehende Gasheizung deckt die restlichen 20 Prozent an den kältesten Tagen. Über 15 Jahre lassen sich so mehr als 2.000 Euro gegenüber dem reinen Gasbetrieb einsparen. Im Heizbetrieb verursachen die Geräte kaum mehr als halb so viel CO₂ wie Gas allein. Die Anschaffungskosten der getesteten Geräte lagen zwischen rund 870 und 1.960 Euro – im Vergleich zu vielen Heizungssanierungen eine niedrige Einstiegshürde.

Bemerkenswert ist die Doppelfunktion: Dasselbe Gerät, das im Winter heizt, kühlt im Sommer – ein Vorteil, der angesichts zunehmender Hitzeperioden auch in Büros und Betriebsräumen an Bedeutung gewinnt. Die reinen Stromkosten für den sommerlichen Kühlbetrieb bezifferten die Tester über 15 Jahre je nach Gerät auf rund 780 bis 1.800 Euro. Wer Heizen und Kühlen bislang getrennt gedacht hat, erhält mit einer reversiblen Luft-Luft-Wärmepumpe beides aus einer Anlage.

Was das für Unternehmen, WEGs und Kommunen bedeutet

Der Test betrachtet primär private Haushalte, doch das Prinzip ist auf viele gewerbliche Situationen übertragbar. Büros, Praxen, Ladenlokale, Serverräume oder einzelne Gebäudeteile lassen sich mit Split- und Multisplit-Systemen effizient temperieren – im Sommer kühlend, in der Übergangszeit und im Winter heizend. Als Luft-Luft-Wärmepumpe gelten die Geräte auch im Sinne des Gebäudeenergierechts als erneuerbare Wärmeerzeuger und können einen Baustein zur Erfüllung von GEG- beziehungsweise GModG-Vorgaben bilden.

Entscheidend ist jedoch die richtige Auslegung. Split-Systeme erzeugen kein Warmwasser, ihre Effizienz hängt stark von Dämmung, Nutzung und Gerätewahl ab, und im gewerblichen Einsatz kommen Anforderungen an Schallschutz, Kältemittel und die F-Gase-Verordnung hinzu. Ob ein Split-System, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe oder eine hydraulische Lösung die wirtschaftlichste Variante ist, lässt sich nur im Einzelfall beurteilen. Eine unabhängige Energieberatung prüft Lastprofile, Fördermöglichkeiten und die Kombination mit einer Photovoltaikanlage, mit der sich der Heizstrom besonders günstig selbst erzeugen lässt.

Die Botschaft des Tests ist damit vor allem strategisch: Die Elektrifizierung der Wärme muss nicht teuer beginnen. Wer heute noch in fossile Kessel investiert, sollte die günstige und schnell installierte Alternative Luft-Luft-Wärmepumpe zumindest seriös prüfen lassen – als Ergänzung zur Bestandsheizung oder als erster Schritt in eine planbare, langfristige Wärmestrategie.

Quellen & weiterführende Informationen

 

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