CO₂-Kosten springen an den Deckel: Was die erste nEHS-Versteigerung für KMU und Kommunen bedeutet

Industrielle Heizzentrale mit Gaskesseln und Rohrleitungen als Symbol steigender CO₂-Kosten
Die erste nEHS-Auktion war massiv überzeichnet – der CO₂-Preis springt an den 65-Euro-Deckel. Unternehmen mit fossiler Wärme und Fuhrpark zahlen drauf. Wie eine Dekarbonisierungsstrategie die Kosten jetzt kalkulierbar macht.

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  • Die erste nEHS-Versteigerung am 1. Juli 2026 endete am gesetzlichen Höchstpreis von 65 Euro je CO₂-Zertifikat.
  • Die Nachfrage übertraf das Angebot um ein Vielfaches – Bieter am Höchstpreis erhielten nur 7,6 Prozent ihrer Gebotsmenge.
  • Erstmals griff die 65-Euro-Regel nach § 12 BEHV: Die Auktionsmenge wurde auf 21,34 Millionen Zertifikate verdoppelt.
  • Gegenüber dem Festpreis von 55 Euro im Jahr 2025 verteuert sich die Tonne CO₂ um rund 18 Prozent – Heiz- und Kraftstoffkosten steigen spürbar.
  • Ab 2027 wird der Preis marktbasiert, ab 2028 gilt der EU-ETS 2 – einen garantierten Preisdeckel gibt es dann nicht mehr.

Fünf Jahre lang war der CO₂-Preis im nationalen Emissionshandel (nEHS) eine feste, planbare Größe. Damit ist seit dem 1. Juli 2026 Schluss: An der Leipziger Energiebörse EEX fand die erste Versteigerung von nEHS-Zertifikaten statt – und lieferte ein unmissverständliches Signal. Die Nachfrage übertraf das Angebot um ein Vielfaches, der Zuschlag lag direkt am gesetzlichen Höchstpreis von 65 Euro je Zertifikat.

Erste nEHS-Auktion massiv überzeichnet: 65-Euro-Regel greift sofort

Nach Angaben des Marktteilnehmers FSE Portfolio Management wurden bei der Auftaktauktion Gebote über rund 291,7 Millionen Zertifikate abgegeben – bei einer regulären Auktionsmenge von rund 10,67 Millionen. Etwa 280,8 Millionen Zertifikate wurden dabei direkt zum Höchstpreis von 65 Euro nachgefragt. Damit griff erstmals die sogenannte 65-Euro-Regel nach § 12 der Brennstoffemissionshandelsverordnung (BEHV): Die zugeteilte Menge verdoppelte sich auf 21,34 Millionen Zertifikate. Für Bieter am Höchstpreis blieb dennoch nur ein Zuteilungsfaktor von 7,6 Prozent.

Den Rahmen für 2026 hat die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) klar abgesteckt: Insgesamt stehen gut 192 Millionen Zertifikate zur Versteigerung – wöchentlich mittwochs, letzter Termin voraussichtlich am 28. Oktober 2026. Wird die 65-Euro-Regel durchgängig ausgeschöpft, endet die Versteigerungsphase bereits am 9. September. Anschließend folgen Verkaufstermine zum Festpreis von 68 Euro, im Jahr 2027 ist ein begrenzter Nachkauf zu 70 Euro je Zertifikat möglich.

Was der CO₂-Preis am Deckel für Unternehmen bedeutet

Wirtschaftlich ist die Botschaft eindeutig: Der CO₂-Preis läuft an das obere Ende des Korridors. Gegenüber dem Festpreis von 55 Euro im Jahr 2025 verteuert sich die Tonne CO₂ um rund 18 Prozent. Abgabepflichtig sind zwar die Inverkehrbringer von Brennstoffen – Gaslieferanten und Mineralölhandel geben diese Kosten jedoch regelmäßig an ihre Kunden weiter. Betroffen ist damit praktisch jedes Unternehmen und jede Kommune, die mit Erdgas oder Öl heizt, fossile Prozesswärme einsetzt oder einen Fuhrpark mit Diesel und Benzin betreibt.

Aus unserer Sicht markiert die überzeichnete Auktion mehr als einen Einmaleffekt: Sie zeigt, dass der Markt fest mit strukturell steigenden CO₂-Kosten rechnet. Wer heute noch keine Dekarbonisierungsstrategie verfolgt, zahlt künftig doppelt – über höhere Brennstoffkosten und über verpasste Förderfenster. Energieintensive Betriebe sollten zudem Entlastungsinstrumente wie die Carbon-Leakage-Kompensation prüfen. Ein strukturierter Transformationsplan macht CO₂-Kosten kalkulierbar und priorisiert Maßnahmen nach Wirtschaftlichkeit – genau hier setzen unsere qualifizierten Energieberater an.

Der Blick nach vorn erhöht den Handlungsdruck zusätzlich: Ab 2027 wird der nEHS-Preis marktbasiert an den europäischen Emissionshandel gekoppelt, 2028 startet die Regelphase des EU-ETS 2 für Gebäude und Verkehr. Einen politisch garantierten Preisdeckel wie 2026 gibt es dann nicht mehr. Unternehmen und Kommunen sollten die verbleibenden Monate nutzen, um ihre CO₂-Kostenexposition zu bewerten und Investitionen in Effizienz und erneuerbare Wärme vorzuziehen. Unsere Einschätzung: Je später der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen erfolgt, desto teurer wird er.

Quellen & weiterführende Informationen

Steigende CO₂-Kosten treffen jeden Betrieb mit fossiler Wärme – wer jetzt handelt, verwandelt den Kostendruck in einen Wettbewerbsvorteil. Unsere qualifizierten Energieberater zeigen Ihnen, wie Sie Ihre CO₂-Kostenexposition senken und Fördermittel optimal nutzen. Vereinbaren Sie jetzt Ihr kostenfreies Auftaktgespräch.

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