Wirtschafts- und Verbraucherverbände fordern den Erhalt der Einspeisevergütung für Solarstrom aus Gebäuden. Sie warnen vor einem Markteinbruch und verweisen auf die hohe Akzeptanz der Photovoltaik in der Bevölkerung. Statt Kürzungen brauche es bessere Voraussetzungen für einen systemdienlichen Solarausbau.
- Verbände fordern Erhalt der Einspeisevergütung
- Photovoltaik stabilisiert Strompreise
- Marktrückgang im Privatsegment droht
- Breite Zustimmung in der Bevölkerung
- Systemintegration wichtiger als Kürzungen
Mit Blick auf aktuelle Überlegungen im Bundeswirtschaftsministerium zur Anpassung der Fördermechanismen für Solarstrom wächst der Widerstand aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft. In einem gemeinsamen Appell (PDF, 268 KB; öffnet in neuem Fenster) fordern zahlreiche Wirtschafts- und Verbraucherverbände, Solaranlagen auf Gebäuden weiterhin durch eine Einspeisevergütung zu unterstützen. Adressiert ist die Forderung an Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Statt Einschnitte im Fördersystem vorzunehmen, müsse der Fokus darauf liegen, den Solarstrom besser in das Energiesystem zu integrieren.
Die Verbände argumentieren, dass Photovoltaik (PV) auf Dächern eine zentrale Rolle für stabile und bezahlbare Strompreise spielt. Durch ihre preisdämpfende Wirkung an der Strombörse profitierten sowohl Unternehmen als auch private Haushalte. Zudem ermögliche die eigene Solaranlage Millionen Bürgerinnen und Bürgern eine aktive Beteiligung an der Energiewende – ein Faktor, der maßgeblich zur hohen gesellschaftlichen Akzeptanz beitrage.
Gebäude-Photovoltaik im Fokus der Politik
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Systemdienlicher Solarausbau statt Förderkürzungen
Unterzeichnet wurde der Appell von einem breiten Bündnis aus Mittelstandsorganisationen, Wohnungswirtschaft, Verbraucherschutz, Umweltverbänden sowie Akteuren aus Elektro-, Digital- und Energiewirtschaft. Darunter befinden sich unter anderem der Bundesverband Solarwirtschaft, der Verbraucherzentrale Bundesverband und der Bundesverband mittelständische Wirtschaft. Gemeinsam sprechen sie sich klar für die Beibehaltung der Ausbauziele für erneuerbare Energien aus.
Die Verbände warnen davor, die Förderung der Photovoltaik pauschal zurückzufahren. Notwendig sei vielmehr eine „Nachjustierung“, die den Zubau systemdienlich gestaltet. Dazu zählen etwa der beschleunigte Ausbau von Netzen und Speichern, intelligente Steuerungskonzepte sowie verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen. Ohne diese Voraussetzungen drohe ein deutlicher Markteinbruch – insbesondere im privaten Gebäudesegment.
Rückläufige Nachfrage und drohende Klimarisiken
Eine von YouGov im Auftrag des Solarwirtschaftsverbands durchgeführte Umfrage unter privaten Immobilienbesitzern zeigt: Fiele die Einspeisevergütung weg oder würde sie deutlich reduziert, könnte sich der Zubau von Photovoltaikanlagen im Heimsegment mehr als halbieren. Lediglich zwölf Prozent der Investitionswilligen würden auch unter schlechteren Förderbedingungen an ihren Plänen festhalten. Bei Mehrfamilienhäusern drohe sogar eine Stagnation auf ohnehin niedrigem Niveau.
Diese Entwicklung wäre aus Sicht der Verbände klimapolitisch problematisch. Sinkende Investitionen in Solarenergie würden die Erreichung der Klimaziele gefährden und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern verlängern. Bereits jetzt zeigen Auswertungen auf Basis von Daten der Bundesnetzagentur, dass die private Nachfrage nach Solardächern im vergangenen Jahr um rund 25 Prozent zurückgegangen ist. In dieser Marktlage seien weitere Verschlechterungen der Rahmenbedingungen „Gift“, warnt der Hauptgeschäftsführer des Solarwirtschaftsverbands.
Breiter Rückhalt in der Bevölkerung
Bemerkenswert ist zudem der deutliche Rückhalt für den Solarausbau in der Bevölkerung. Rund 80 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, den Ausbau der Solarenergie zu beschleunigen oder zumindest auf dem aktuellen Niveau fortzuführen – parteiübergreifend. Eine Abschaffung der Einspeisevergütung würde damit nicht nur wirtschaftliche Risiken bergen, sondern auch dem erklärten Willen eines Großteils der Bürgerinnen und Bürger widersprechen.
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