Neue Studie: „100 Prozent Erneuerbare Energie ist schon heute technisch umsetzbar

Bis wann sind 100 Prozent aus erneuerbaren Energien möglich? Kann das Ziel zur vollständigen Energiegewinnung aus erneuerbaren Energien bis 2050 erreicht werden? Laut einer jetzt veröffentlichten Studie der finnischen Universität Lappeenranta und der Energy Watch Group fehlt es ausschließlich am politischen Willen, um den Umbau zu 100 Prozent erneuerbaren Energien zu gestalten. Technisch betrachtet ist es schon mit den heutigen Technologien möglich.

Die erneuerbare Versorgung mit Energien ist weltweit bis 2050 machbar – und sogar rentabel. So lautet das Ergebnis der Studie „Global Energy System Based On 100% Renewable Energy  – Power, Heat, Transport and Desalination Sectors“ (PDF, 43,9 MB; öffnet in neuem Fenster).  Die Experten schätzen die jährlichen globalen Kosten auf 5,4 Billionen Euro bzw. die Einsparungen auf 1,5 Billionen Euro. Der 321-seitige Bericht der Studie dokumentiert eindrucksvoll, dass die Technik bereits vorhanden ist und es lediglich politischer Wille fehlt.

Energiewende mit den heute verfügbaren Technologien realistisch

Primärenergiebedarf im Jahr 2050
Die Grafik zeigt den Primärenergiebedarf pro Kopf bis zum Jahr 2050 (Bild © DBU Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Stiftung Mercator).

Viereinhalb Jahre lang haben sich 14 Wissenschaftler mit ökonomischen und technischen Rahmenbedingungen sowie möglichen Wegen für den 100-Prozent-Umbau des globalen Energiesystems beschäftigt. Sie haben eine weltweite und vollständige Energiewende bis 2050 simuliert, in den Sektoren Wärme, Strom, Verkehr und Meerwasserentsalzung. Sie fanden sogar eine Möglichkeit, um das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens zu erreichen – ohne Atomstrom, ohne fossile Energien und ohne negative CO2-Emissionstechnologien.

Da das künftige Energiesystem dann fast ausschließlich auf elektrischer Energie basiert, müssen bis zu fünfmal mehr Strom als zum heutigen Zeitpunkt produziert werden, um auf fossile Brennstoffe vollständig verzichten zu können. Laut Wissenschaftlern ist die Wende bis hin zu 100 Prozent erneuerbarer Energie schon mit den heute verfügbaren Technologien durchaus realistisch. Der Übergang zu einem globalen und vollkommen erneuerbaren Energiesystem ist nicht mehr eine Frage der wirtschaftlichen Tragfähigkeit oder technischen Machbarkeit, sondern des politischen Willens. Die Voraussetzung dafür sind zuverlässige, langfristige und stabile politische Rahmenbedingungen, die an die regionalen Gegebenheiten angepasst sind.

Photovoltaik leistet den größten Beitrag zur Energieproduktion

Um die 100 Prozent erneuerbarer Energie zu erreichen, muss Photovoltaik mit 69 Prozent den größten Beitrag zur Energieproduktion leisten. An zweiter Stelle folgt die Windkraft mit 18 Prozent, aber auch Lösungen wie Biomasse und Abfall (6 Prozent) sind nicht zu vernachlässigen. Energie aus Wasserkraft und Geothermie würde in diesem Szenario drei bzw. zwei Prozent ausmachen.

Während die Kosten von 5,4 Billionen Euro auf den ersten Blick atemberaubend klingen, wird es ungleich teuer, wenn wir das heutige Energiesystem beibehalten. Der Umbau des Energiesystems hin zu erneuerbaren Energien verbessert schließlich die Gesundheitsbedingungen, reduziert die Luftverschmutzung und richtet damit der Umwelt weit weniger Schaden an, als das bisherige System. Statt 30 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalent würde der Umbau auf 100 Prozent Erneuerbare eine Null-Emission sicherstellen.

Grafik für weltweite Stromerzeugungskapazitäten für Solar
Die Stromerzeugungskapazitäten für SolarPhotovoltaik unterscheiden sich weltweit teils erheblich (in der Grafik prognostiziert für das Jahr 2050). Während einige Regionen hier kaum Potenzial bieten, lässt sich ggf. in deren Regionen besonders gut Energie aus Wind gewinnen. Beide Faktoren beleuchtet die Studie (Bild © DBU Deutsche Bundesstiftung Umwelt/Stiftung Mercator/LTU University/EnergyWatchGroup).

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