Zwei regierungsoffizielle Gutachten zeigen, dass Klimaziele vor allem im Gebäudesektor verfehlt werden

Der Gebäudesektor ist eine elementare Säule auf dem Weg zum Erreichen der Klimaziele der Bundesrepublik Deutschland bis zum Jahr 2050. Zwei regierungsoffizielle Gutachten haben jetzt gezeigt, dass die Klimaziele vor allem aber im Gebäudesektor verfehlt werden. Zahlreiche Experten und Verbände fordern deshalb von der Bundesregierung noch mehr Anstrengungen und Maßnahmen bei den energetischen Anforderungen im Gebäudebereich.

Es gibt keine Zweifel mehr, dass das Klimapaket der Bundesregierung zum Erreichen des Klimaziels 2030 nicht ausreichend sein wird. Mehrer Institutionen und Verbänden, wie die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF) hatten sich dazu bereits geäußert. Das wurde nun auch von der Regierung bestätigt. Der Plan war es, die CO2-Emissionen um 55% zu reduzieren, doch stattdessen können theoretisch nur noch zwischen 51 und 52 Prozent CO2-Emissionen eingespart werden.

Das Umwelt- und das Wirtschaftsministerium haben Gutachten vorgelegt, die diese Tatsachen bestätigen sollen. Ähnliche Ergebnisse zeigen auch zwei Gutachten von Prognos sowie vom Öko-Institut für das Umwelt- und Wirtschaftsministerium. Neben dem Verkehrsbereich hackt es vor allem im Gebäudesektor. Denn wie eine neue Studie zeigt, lassen sich schon mit geringen Investitionen enorme CO2-Einsparungen im Gebäudebereich erzielen.

Gebäudesektor besonders problematisch

Sanierung von einem Gebäude mit Gerüst
Der Gebäudesektor ist eine Säule für das Erreichen der Klimaziele bis 2050 der Bundesrepublik (Symbolbild).

Zwei regierungsoffizielle Gutachten sind zum Ergebnis gekommen, dass die CO2-Emissionen um 51% bzw. 52% inländisch sinken werden, sollte das Klimapaket unverändert umgesetzt werden, heißt es in einem Artikel der „Immobilien Zeitung“. Das Klimaziel für 2030 wäre dann im Minusbereich. Das Klimaschutzpaket der Bundesregierung ist daher nicht ausreichend. Vor allem der Gebäudesektor bereitet Probleme.

Wie das Gutachten des Öko-Instituts zeigt, wird der Treibhausgasausstoß um 51% gegenüber dem Vergleichjahr 1990 gesenkt. Geplant waren jedoch 55%, was auf den ersten Blick kein schlechtes Ergebnis zu sein scheint, aber auch lange noch nicht ausreichen dürfte um den Klimawandel zu stoppen. Im Jahr 2030 ist im Gebäudesektor mit einem Treibhausgasausstoß von 87 Mio. t zu rechnen, was 17 Mio. t mehr als vorgesehen sind. Das zweite Gutachten des Forschungsinstituts Prognos ist zu einem ähnlichen Resultat gekommen, dass nämlich 52% der CO2-Emissionen eingespart werden.

Gebäudeenergiegesetz als Lösung?

Das Bundeskabinett hat das Gebäudeenergiegesetz (GEG) im Gebäudesektor verabschiedet, das einen wesentlichen Beitrag zum Erreichen der Ziele leisten könnte. Allerdings äußerten sich Wissenschaftler bei einer Anhörung im Wirtschaftsausschuss des Bundestags äußerst kritisch gegenüber dem Entwurf des Gebäudeenergiegesetzes. Der Entwurf könnte zwar im Gebäudebereich für mehr Klimaschutz sorgen, doch er würde deutlich hinter den Zielen der Bundesregierung zurückbleiben. Außerdem sollten die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) unbedingt verschärft werden.

Fördermittel für Mieter

Laut Vertretern der Immobilienwirtschaft und dem Deutschen Mieterbund (DMB), müssen die energetischen Anforderungen im Gebäudebereich wirtschaftlich tragbarer werden. Die Verbände fordern mehr Fördermittel, wenn die Klimaschutzmaßnahmen im Gebäudebereich erfolgreich durchgeführt werden sollen, heißt es in dem oben genannten Artikel der Online-Zeitung weiter. Der Mieterschutzbund erklärte, dass es keine Klimaschutzmaßnahmen zum Nulltarif geben könne. Statt den bisherigen knapp vier Milliarden Euro müssen die Fördermittel mindestens 14 Milliarden Euro betragen. Über weitere Entwicklungen zur Energiepolitik in Deutschland, dem Gebäudeenergiegesetz und zur Energiewende berichten wir kostenlos hier im Blog und im Newsletter der Cornelius Ober GmbH (jetzt abonnieren).

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