- EnEfG-Entwurf: EMS-Pflicht steigt von 7,5 auf 23,6 GWh
- DIN EN 16798-3:2026-10 ersetzt Fassung 2017, nationaler Anhang möglich
- GA-Klasse A: über 20 bis 32 % weniger Wärme als Klasse C
- VKU: 65 % der Stadtwerke erwarten höhere Gaspreise 2026/27
- Netzentgelte 2027: VNB bis 15.10., Bundesrat am 16.10.
Die KW 41 brachte zwei Neuerungen im Regelwerk und zwei Themen für den laufenden Betrieb: Der Bundestag hat Sachverständige zur Novelle des Energieeffizienzgesetzes angehört, und für Lüftungsanlagen in Nichtwohngebäuden gilt seit Oktober eine neue Fassung der DIN EN 16798-3. Dazu kamen Orientierungswerte zur Gebäudeautomationsklasse A und eine Umfrage, nach der die Mehrheit der Stadtwerke zur Heizperiode 2026/27 mit höheren Gaspreisen rechnet. Die Woche im Überblick.
EnEfG-Novelle und Lüftungsnorm: Was sich am Regelwerk ändert
Die Novelle des Energieeffizienzgesetzes soll die Pflicht zu einem Energie- oder Umweltmanagementsystem erst ab 23,6 GWh Endenergieverbrauch auslösen, bisher gilt eine Schwelle von 7,5 GWh. Betroffene Unternehmen müssten das System laut Entwurf bis zum 11. Oktober 2027 einrichten. Kommunen nimmt der Entwurf von der jährlichen Einsparverpflichtung öffentlicher Stellen aus, die zugleich von 2,0 auf 1,9 Prozent sinkt. Die DENEFF schlägt dagegen eine Schwelle von 10 GWh vor. Unsere Einschätzung: Wer unter die neue Schwelle fällt, sollte sein Managementsystem verschlanken statt abschaffen, denn Messdaten bleiben die Grundlage für Förderanträge, Strombeschaffung und den Nachweis wirtschaftlicher Maßnahmen.
Seit Oktober liegt die DIN EN 16798-3 in neuer Fassung vor. Die 91 Seiten starke Norm ersetzt die Ausgabe von November 2017 und fasst die Anforderungen an Filtration, Wärmerückgewinnung einschließlich Leckagen und Gesamtenergieeffizienz neu; die spezifische Ventilatorleistung ist nun mit den EU-Ökodesign-Verordnungen verknüpft. Ein nationaler Anhang ist möglich und soll am 3. November auf einer Fachtagung vorgestellt werden. Für Kliniken, Hochschulen und große Verwaltungsbauten mit laufenden RLT-Projekten heißt das: jetzt prüfen, welche Normausgabe im Planungsvertrag und im Leistungsverzeichnis steht.
Gebäudeautomation und Heizperiode: Was im Betrieb zählt
Das Gebäudemodernisierungsgesetz verlangt für Nichtwohngebäude mit Heizungs-, Klima- oder Lüftungsanlagen über 70 kW bis Ende 2029 Monitoringtechnik, im Neubau aber nur die Automationsgrade C oder B. Eine Broschüre von eu.bac und REHVA beziffert, was darüber hinaus möglich ist: Die Gebäudeautomationsklasse A spart gegenüber Klasse C mehr als 20 bis 32 Prozent Wärme und mehr als 10 bis 14 Prozent Strom. Der Mehrwert entsteht im Betrieb: durch bedarfsgeführte Lüftung, angepasste Sollwerte und die laufende Auswertung der Daten. Genau hier setzt die TGA-Planung mit Mess-, Steuer- und Regelungstechnik an.
Zur Heizperiode 2026/27 erwarten laut einer Umfrage des VKU, an der sich 225 Stadtwerke beteiligt haben, 65 Prozent höhere Erdgaspreise, 54 Prozent höhere Fernwärmepreise und 49 Prozent höhere Strompreise. Beim Gas nennen die Unternehmen vor allem die Großhandelspreise und den steigenden CO2-Preis, beim Strom die Netzentgelte. Für Kommunen, Hausverwaltungen und Betriebe heißt das: Budgets und Vorauszahlungen jetzt realistisch ansetzen und Heizkurven, Zeitprogramme und Absenkbetrieb im laufenden Winter nachführen, etwa mit einer qualifizierten Energieberatung oder einem laufenden Monitoring der Heizungsanlagen.
Der Ausblick: Am 12. Oktober will das OLG Hamm sein Urteil zu den Fernwärme-Preisklauseln von E.ON verkünden, für den 14. Oktober ist der Kabinettsbeschluss zur KWKG-Novelle geplant, und bis zum 15. Oktober veröffentlichen die Verteilnetzbetreiber ihre voraussichtlichen Netzentgelte 2027. Am 16. Oktober berät der Bundesrat über den Zuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten; seine Ausschüsse empfehlen 6,5 statt 5,525 Milliarden Euro pro Jahr. Zudem will die Bundesregierung EEG und Netzpaket nach den Anhörungen dieser Woche bereits in der kommenden Woche abschließend im Bundestag beraten lassen.
Quellen & weiterführende Informationen
- VKU: Mehrheit der Stadtwerke erwartet höhere Energiepreise (30.09.2026)
- DIN Media: DIN EN 16798-3:2026-10, Produktseite mit Änderungsvermerk
- Bundesrat: Empfehlungen der Ausschüsse zum Übertragungsnetzkostenzuschuss, Drs. 509/1/26 (02.10.2026)
- pv magazine: EEG 2027 und Netzpaket, Anhörungen durch (07.10.2026)
- Verbraucherzentrale NRW: Klage gegen E.ON, Verkündungstermin 12. Oktober 2026
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