- 65 % der Stadtwerke erwarten höhere Gaspreise 2026/27
- Fernwärme: 54 % erwarten Anstieg, Investitionen Haupttreiber (68 %)
- Strom: Netzentgelte für 82 % wichtigster Preistreiber
- Übertragungsnetzentgelt 2027 vorläufig 3,54 statt 2,86 ct/kWh
- Bundesrat berät am 16.10. über 6,5 Mrd. € Netzzuschuss
Die Heizperiode 2026/27 beginnt mit einer deutlichen Erwartung der Versorger: 65 Prozent der Stadtwerke, die sich an einer Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) beteiligt haben, rechnen mit höheren Erdgaspreisen als im vergangenen Winter. 54 Prozent erwarten steigende Fernwärmepreise, 49 Prozent höhere Strompreise. Angeschrieben wurden zwischen dem 3. August und dem 1. September 757 Stadtwerke und kommunale Versorger, 225 haben geantwortet. Für Kommunen mit großem Liegenschaftsbestand, für Hausverwaltungen und Wohnungseigentümergemeinschaften sowie für Betriebe mit hohem Wärmebedarf ist das ein Budgetthema – und eine Frage der Betriebsführung.
Netzentgelte, Großhandel und CO2-Preis treiben die Kosten
Die Gründe unterscheiden sich je Energieträger. Beim Strom nennen 82 Prozent der Unternehmen steigende Netzentgelte infolge des Investitionsbedarfs, 70 Prozent höhere Großhandelspreise. Die Übertragungsnetzbetreiber haben ihr durchschnittliches Entgelt für 2027 vorläufig auf 3,54 Cent je Kilowattstunde festgelegt, nach 2,86 Cent im Jahr 2026 – bereits eingerechnet ist ein Bundeszuschuss von 5,525 Milliarden Euro. Die Ausschüsse des Bundesrats empfehlen, diesen Zuschuss auf 6,5 Milliarden Euro jährlich anzuheben; das Plenum berät am 16. Oktober. Die Verteilnetzbetreiber müssen ihre Entgelte für 2027 spätestens zum 15. Oktober veröffentlichen.
Beim Erdgas verweisen 67 Prozent auf die Großhandelspreise und 65 Prozent auf den steigenden CO2-Preis. 48 Prozent nennen vorgezogene Abschreibungen der Gasnetze, weil Stilllegungen absehbar sind. Das ist ein struktureller Effekt: Sinkt der Absatz, verteilen sich die Netzkosten auf weniger Kilowattstunden. Bei der Fernwärme stehen Investitionen in Netze und Erzeugungsanlagen mit 68 Prozent an erster Stelle; 43 Prozent verweisen zudem auf den zeitverzögerten Effekt früherer Preissteigerungen bei Strom, Gas und Kohle. Bemerkenswert ist, dass die Skepsis der Versorger trotzdem abnimmt: 31 Prozent halten eine bezahlbare Wärmeversorgung langfristig für gesichert, 35 Prozent nicht – im Vorjahr hatten noch 51 Prozent verneint.
Was Kommunen, Verwalter und Betriebe jetzt steuern können
Unsere Einschätzung: Der Preisanstieg lässt sich nicht vollständig vermeiden, ein Teil davon aber in der laufenden Heizperiode über die Betriebsführung auffangen. Die entscheidenden Prüfpunkte sind Heizkurven, Zeitprogramme und Absenkbetrieb – passen sie noch zu den tatsächlichen Nutzungszeiten von Schule, Verwaltungsgebäude oder Wohnanlage? Wer die Verbräuche während des Winters wöchentlich auswertet statt einmal im Jahr über die Abrechnung, erkennt Abweichungen, solange sie noch Geld sparen. Für Städte und Gemeinden bietet ein kommunales Energiemanagement den organisatorischen Rahmen, für Bestandsgebäude eine systematische Heizungsoptimierung den technischen.
Für die Haushaltsplanung 2027 und die Wirtschaftspläne von WEGs gilt: Ansätze und Vorauszahlungen sollten die Richtung der Umfrage abbilden, bis die konkreten Tarife vorliegen. Hausverwaltungen vermeiden so Nachforderungen, die in der nächsten Eigentümerversammlung erklärt werden müssen.
Der Trend reicht über diesen Winter hinaus. Gasnetzkosten, die sich auf sinkende Mengen verteilen, und ein CO2-Preis, der 2027 im Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne bleiben soll, bevor 2028 der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr greift, machen fossile Wärme planbar teurer. Betriebe mit gasbefeuerter Prozess- und Raumwärme sollten deshalb neben dem Budget auch ihren Ausstiegspfad klären, etwa in einem geförderten Transformationsplan. Eine unabhängige Energieberatung hilft, kurzfristige Betriebsoptimierung und langfristige Investitionen in die richtige Reihenfolge zu bringen.
Quellen & weiterführende Informationen
- VKU: Umfrage – Mehrheit der Stadtwerke erwartet höhere Energiepreise (30.09.2026)
- ZfK: Übertragungsnetzbetreiber veröffentlichen vorläufige Netzentgelte für 2027 (01.10.2026)
- Bundesrat: Empfehlungen der Ausschüsse zum Zuschuss zu den Übertragungsnetzkosten 2027–2029, Drs. 509/1/26 (02.10.2026)
- § 20 Energiewirtschaftsgesetz: Veröffentlichung der Netzentgelte bis 15. Oktober
- hib: BEHG-Änderung – CO2-Preis soll 2027 stabil bleiben (08.09.2026)
Steigende Energiepreise lassen sich nicht wegverhandeln, aber im laufenden Betrieb messbar begrenzen. Unser Ingenieurteam begleitet Kommunen, Hausverwaltungen und Betriebe dauerhaft – mit Monitoring der Verbräuche, Optimierung der Regelung und einem klaren Reporting für Haushalt und Wirtschaftsplan. Vereinbaren Sie jetzt Ihr kostenfreies Auftaktgespräch mit unseren qualifizierten Fachplanern.









