Studie sagt, Thüringer Kommunen könnten energieeffizienter sein – Die Gründe und 3 Lösungswege

Laut dem Ergebnis einer kürzlich veröffentlichten Studie, für die alle Thüringer Kommunen einen Fragebogen zu den Themen Energieeffizienzmaßnahmen, Förderungen und Kommunale Energiewende erhalten hatten, investieren die Kommune zu wenig in die energetische Stadtsanierung. Die nennen ihrerseits Gründe. Um die Städte und Kommunen in Thüringen für mehr Maßnahmen zur Energieeffizienz zu bewegen, nennt die Studie 3 Lösungswege.

Geldhaufen
Thüringer Unternehmen und Kommunen können laut der neuesten Studie noch deutlich mehr Energie und damit auch Geld einsparen.

Neben den finanziellen Mitteln fehlt es in den thüringischen Kommunen an methodischem Vorgehen und an Personal, weswegen man für Investitionen in Energieeffizienzmaßnahmen meistens keinen Spielraum sieht. So sagt es das Ergebnis einer neuen Studie, auf welche wir im Verlauf dieses Beitrags noch genauer eingehen werden. Mit einer Umstrukturierung ließe sich diese jetzige Tatsache auf jeden Fall ändern, jedoch Bedarf es an Unterstützung von der Regierung und deren Fördermitteln.

Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie befindet sich das Thema Energieeffizienz auf dem zweiten Platz der Energiewende. Damit die Energieeffizienz noch weiter gesteigert werden kann, müssen alle gesellschaftlichen Akteure eingebunden werden, um die gesetzten Ziele auf dem Weg der Energiewende erfüllen zu können.

Nur ein Drittel der Kommunen investieren in Energieeffizienz

Die Kommunen in Thüringen investieren trotz guter Haushaltslage nur mäßig in die Gebäudemodernisierung. In Thüringens Städten und Gemeinden gibt es viel zu tun – energieeffizientere Straßenbeleuchtung zum Beispiel mit LED, energiesparende Heizungen und Isolierung der Fassaden öffentlicher Gebäude und vieles mehr. In den meisten Orten gibt es Kitas, Sportanlagen, Schulen oder andere Gebäude, in deren in Energieeffizienz investiert werden sollte. Vor allem Schulen sind oft sanierungsbedürftig. Dennoch investiert nur 1/3 der Kommunen in Thüringen trotz der relativ entspannten Finanzlage in die Straßenbeleuchtung und die Modernisierung ihrer öffentlichen Gebäude, heißt es in dem Ergebnis einer Studie von  „Energieeffizienz in Thüringer Kommunen“ (PDF, 4,3 MB; öffnet in neuem Fenster ) aus dem Monat Juni dieses Jahres.

Den Fragebogen als Grundlage der Studie beantworteten allerdings nur 76 Kommunen, obwohl sämtliche Gemeinden für die Untersuchung einbezogen wurden, wird in der Studie bemängelt. Der Fragebogen umfasste Fragen in Bezug auf die geplanten Investitionen, den Sanierungsstand, die Hindernisse auf dem Weg zur Energieeinsparung sowie die Durchführung energetischer Modernisierungsmaßnahmen.

Grund 1: Mangel an Personal und Finanzmitteln

  • 56%: Wir haben zu geringe Investitionsspielräume.
  • 31%: Wir haben zu wenig Personal.
  • 50%: Uns fehlt es an methodischem Vorgehen.
  • 55%: Setzen auf Fördermittel, 30% auf Eigenkapital und nur 10% auf Bankkredite oder Contracting (5%).

Jede der befragten Kommunen verfügte durchschnittlich über 13 kommunale Gebäude, angefangen beim Rathaus über Kindergarten bis hin zu Schulen. Als Ursache für so wenige Investitionen haben 56 % der Gemeinden geringe Investitionsspielräume angegeben, während 31 % der Meinung sind, dass auch das nötige Personal fehlt. Laut der Untersuchung fehlt es bei mindestens einer Hälfte der Gemeinden an einem methodischen Vorgehen, trotz konkreter Ziele zur Verbesserung der Energieeffizienz.

Dabei besteht auch gewisse Angst vor Krediten für Durchsetzung der Energiemaßnahmen, denn die Kommunen setzen zur Optimierung oder Modernisierung der Straßenbeleuchtung eher auf Fördermittel (55 %) und Eigenmittel (30 %) als auf Kredite (10 %) oder auf Contracting (5 %), was ein ergebnisorientiertes Vergütungsmodell ist.

Die Kommunen wünschen sich mehr Hilfestellung durch Förderprogramme

  • „Förderprogramme sind unausgereift.“

Der Untersuchung zufolge kritisieren die befragten Kommunen die Förderprogramme als unausgereift. Die Förderung der Modernisierung der Heizungs- und Lüftungstechnik, einer effizienteren Straßenbeleuchtung sowie die energetische Modernisierung der Gebäudehülle und die Energieberatung für Gebäude sei daher verbesserungswürdig. Deswegen wäre eine Hilfestellung laut der Studie dringend nötig.

Lösungsvorschläge wurden nicht außer Acht gelassen

Drei Lösungsvorschläge kommen direkt von den Autoren der Studie:

  1. Die Kommunen sollten eine unabhängige Beratung nutzen, da diese den Kommunen dabei helfen kann, Sparpotenziale trotz Personalmangels zu identifizieren.
  2. Selbst kreditfinanzierte wirtschaftlich sinnvolle Effizienzmaßnahmen lohnen sich bei niedrigen Zinsen auf jeden Fall aus, also sollen Kredite genutzt werden.
  3. Die Gemeinden in Thüringen sollen Förderprogramme stärker nutzen, insbesondere das bereits auf die kommunalen Bedürfnisse zugeschnittene Förderprogramm namens Klima Invest.

» Kommunale Energiewende: Über 50 Beiträge zu Energieeffizienzmaßnahmen in Städten und Kommunen

Es ist auf jeden Fall wichtig, dass sich die Unternehmen und Kommunen in Thüringen an Energieeffizienzmaßnahmen beteiligen, denn nur so kann ein wichtiger Schritt in Richtung Energiewende gemacht werden. Weitere interessante Berichte über die Energiewende und Neuigkeiten zu Förderprogrammen für Thüringer Städte, Kommunen, Unternehmen und Privatpersonen finden Sie in unserem Blog und können auf Wunsch auch kostenlos über unseren Energie-Newsletter (hier abonnieren).

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