Fraunhofer CINES stellt 13 Thesen für das Gelingen der Energiewende in Deutschland auf

Deutsche Forscher des Fraunhofer Cluster of Excellence „Integrated Energy Systems“ CINES haben in einem Dokument basierend auf drei Energiesystemmodellen 13 Thesen abgeleitet, wie in Deutschland die Energiewende gelingen und die Klimaziele der Bundesregierung bis 2050 erreicht werden können. Wir fassen die Kerninhalte der 13 Thesen einmal zusammen.

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Dem Pariser Abkommen von 2015 und den Klimazielen der Bundesregierung nach soll in Deutschland die Emission der Treibhausgase bis 2050 im Vergleich zum Jahr 1995 um 95% sinken. Aktuell stellt sich die Frage, ob die Energiewende in Deutschland überhaupt gelingen kann. Forschende des Fraunhofer Cluster of Excellence »Integrated Energy Systems« CINES sagen in einem jetzt veröffentlichtem Dokument ganz klar – ja!

Die deutschen Forscherinnen und Forscher haben auf Basis von drei Energiesystemmodellen 13 Thesen abgeleitet, die Deutschland auf dem Weg zum treibhausgasneutralen Energiesystem helfen sollen. Dabei wird nicht nur die Rolle der erneuerbaren Energien hervorgehoben, sondern auch die Bedeutung europäischer Zusammenarbeit und Digitalisierung.

Grundlage der Thesen

Die 13 Thesen für das Gelingen der Energiewende in Deutschland sind anhand wissenschaftlicher Studien aus dem Feld der Energiesystemanalyse entstanden. Die Grundlagen für die Thesen bilden drei Szenario-Studien, die in Zusammenarbeit und mit abgestimmten Parametern sowie Inputdaten von Forschenden der vier CINES-Kerninstitute Fraunhofer ISE, Fraunhofer IEE, Fraunhofer ISI und Fraunhofer IEG durchgeführt wurden. Damit ist eine Basis für die Entwicklung der Modellplattform „EFEU –Energy Future for EUrope“ entstanden.

Der nationale Energiesektor und seine Gestaltung stehen bei den Thesen im Fokus. Um die Emission der Treibhausgase bis zum Jahr 2050 um 95% zu reduzieren, muss der Energiesektor fast treibhausgasneutral werden. Nur so kann das Ziel des Übereinkommens von Paris aus dem Jahr 2015 erreicht werden.

Die 13 Thesen

Fraunhofer CINES 13 Thesen-Cover
So gelingt die deutsche Energiewende: Die 13 Thesen vom Fraunhofer CINES (Bild © Franhofer).

Das sind die 13 Thesen im Überblick:

  1. Erneuerbare Energien werden zur wichtigsten Energiequelle für den Strom-, Wärme- und Transportsektor.
  2. Zusätzliche Potenziale können in Form von Biomasse, Solarthermie und Geothermie erschlossen werden.
  3. Effiziente Energienutzung deckt den Endenergiebedarf.
  4. Der Strombedarf für Wärme (Gebäude, Industrie), Mobilität und als Ausgangsstoß für chemische Prozesse wird langfristig steigen.
  5. Volatiler Strom bestimmt das System.
  6. Die Absicherung seltener kalter Dunkelflauten kann zu geringen Kosten mit zusätzlichen Kraftwerksleistungen erfolgen.
  7. Die Digitalisierung hat eine hohe Relevanz für die Transformation des Energiesystems.
  8. In der Wärmeversorgung müssen grundlegende Infrastrukturentscheidungen mit regionalem und lokalem Bezug getroffen werden.
  9. Die Sektorenkopplung nimmt eine bedeutende Rolle für die Erreichung der Klimaschutzziele ein.
  10. Eine harmonisierte europäische Entwicklung hat Vorteile hinsichtlich einer Nutzung der besten Standorte.
  11. Die elektrolytische Herstellung von Wasserstoff aus erneuerbarem Strom nimmt für die Erreichung der Klimaziele eine bedeutende Stellung ein.
  12. Die Abscheidung von CO 2 aus der Luft wird eine zentrale Technologie zur Erreichung der Klimaschutzziele sein.
  13. Forschung und Entwicklung sind das Rückgrat der Energiewende.

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte

Bis zum Jahr 2050 sollen erneuerbare Energien die wichtigsten Energiequellen für den Strom-, Wärme- und Transportsektor werden. Besonders Wind- und Solarenergie sollen dabei eine bedeutende Rolle spielen – und wie eine aktuelle Studie von EUPD Research zeigt, unterstützen die Bundesbürger den Umstieg auf erneuerbare Energien.

Während der Energieverbrauch deutlich zurückgehen soll, steigt der Stromverbrauch für Gebäudewärme, Verkehr und chemische Prozesse in der Industrie. Fossile Energieträger wie Heizöl und Erdgas werden deutlich an Bedeutung verlieren. Im Falle einer Zeitspanne ohne genügend Sonne und Wind zum Energieproduzieren, sollen regelbare Kraftwerke kostengünstig mit Energie versorgen. Das soll aber eher die Ausnahme und keine Regel sein.

Institutsleiter des Fraunhofer IEG und wissenschaftlicher Direktor des Clusters CINES, Mario Ragwitz erklärte, dass die Thesen eine Basis für eine Strategie in Richtung eines klimaneutralen Energiesystems seien. Diese würden vor allem in Krisenzeiten mehr Investitionssicherheit in der Energiebranche sichern.

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