CO2-Bilanzierung von Gebäuden wird mit kritischem Auge betrachtet

Soll beim neuen Gebäudeenergiegesetz EEG die Anforderungsgröße zum Energieverbrauch eine CO2-Bilanzierung von Gebäuden oder der Primärenergiebedarf werden? Verbände haben hierbei Angst, dass das Anforderungsniveau aufweicht. Das Gebäudeenergiegesetz soll die Hauptanforderungsgröße festlegen. Jetzt kommt wieder Bewegung in das Thema.

Gebäudeenergiegesetz GEG
Gebäudeenergiegesetz GEG

Jetzt sollte der Referentenentwurf für das Gebäudeenergiegesetz zur Abstimmung auf den Tisch kommen. Die noch parallel laufenden Regeln Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG), Energieeinsparverordnung (EnEV) und Energieeinsparungsgesetz (EnEG) sollten mit dem Gebäudeenergiegesetz zusammengeführt werden. Der direkte Auslöser war die neue EU-Gebäuderichtlinie 2010, die den Niedrigstenergie-Standard für Neubauten für privatwirtschaftliche Gebäude ab 2021 und für öffentliche Gebäude bereits ab 2019 fordert.

Alles ist sehr kompliziert. Für Nutzer und Eigentümer von Wohnungen und Gebäuden sowie für Planer ist die Komplexität der Normen, Verordnungen und Gesetze häufig nicht nachvollziehbar und kaum noch überschaubar.

Primärenergiebedarf und/oder CO2-Bilanz?

Ergänzend zu den bisherigen Verfahren fordern der Verband der Wohnungsunternehmen (GdW), die Bundesarchitektenkammer (BAK) und die Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) eine CO2-Bilanzierung von Gebäuden, schreibt das Online-Nachrichtenportal energiezukunft.eu. Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff), der Gebäudeenergieberater Ingenieure Handwerker e.V. (GIH), der Naturschutzbund e.V. (NABU), die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und der Mieterbund (DMB) fürchten ein Aufweichen des Anforderungsniveaus und halten das für kontraproduktiv. Die Verbände hingegen fordern, dass man den derzeitigen energetischen Anforderungsniveau festhält.

Verbrauch von Wärmeenergie muss reduziert werden

Bislang sind Wärmeverlust sowie Primärenergieverbrauch maßgebliche Größen, um die Anforderungen der EnEV einzuhalten. Gebäude mit einem hohen Heizwärmebedarf könnten bei einer reinen CO2-Bilanzierung die Anforderungen erfüllen und die Optimierung der Gebäudehülle durch die Wärmedämmung wäre weniger wichtig. Solche Gebäude müssten zum Heizen nur erneuerbare Energien verwenden. Und genau hier kommt die Kritik, da so der bereits hohe Wärmeverbrauch noch mehr gefördert wird und es lasse sich durch erneuerbare Energien nicht komplett ersetzen. Die Energieverschwendung darf nicht belohnt werden und die Umstellung auf die CO2-Bilanz verstößt gegen das EU-Recht, denn die EU-Richtlinie selbst sehe eine Optimierung der Gebäudehülle und eine Bilanzierung nach Primärenergieverbrauch vor. Eine Kombination aus dem Primärenergieverbrauch und der CO2-Bilanzierung wäre denkbar.

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