Wie wirkt sich das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) auf die Rohrdämmung aus?

Mit dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) tritt am 01.11.2020 ein neues Bundesgesetz in Kraft, welches die Bundesrepublik den Energiesparzielen bis 2050 einen großen Schritt weiterbringen soll. Doch wie steht es zukünftig im die Rohrdämmung bei der energetischen Sanierung von Bestandsimmobilien und beim Neubau? Wesentliche Änderungen sind nicht zu erkennen, kritisieren Experten und Verbände.

Rohrdämmung anbringen
Das Thema Rohrdämmung, im Rahmen einer energetischen Sanierung oder beim Neubau, erfährt im neuen Gebäudeenergiegesetzt (GEG) kaum Beachtung (Bild © Symbolbild).

Wenn es um die Energieeinsparung in Gebäuden geht, gehört die Dämmung von Rohrleitungen zu den effizientesten und einfachsten Maßnahmen, die Privatleute ergreifen können.

Das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) tritt nach jahrelanger Diskussion zum 1. November in Kraft (wir berichteten). Allerdings bringt das einheitliche Regelwerk zur Nutzung von Wärme aus erneuerbaren Energien und zur Gebäudeenergieeffizienz wenig Neues. So wurden etwa die Anforderungen zur Rohrdämmung aus der Energieeinsparverordnung (EnEV) übernommen, jedoch ohne wesentliche Veränderungen. Das geforderte Dämmniveau für Kälteverteilungsleitungen bleibt damit weiterhin zu niedrig, damit die Wärmeverluste bei energieintensiven Anlagen effizient reduziert werden könnten.

Ohne große Änderungen bei der Rohrdämmung

Das Gebäudeenergiegesetz GEG steht bereits seit Januar 2017 zur Debatte, als es zum ersten Mal im Bundestag vorgelegt wurde. Laut diesem Referentenentwurf sollte der längenbezogene Wärmedurchgangskoeffizienten von 0,25 W/(m∙K) von allen im Gebäude verlegten Rohrleitungen nicht überschritten werden. Doch diese Regelung wäre für kleinere Bauvorhaben unrealistisch und hätte zu einem hohen Aufwand geführt, wobei auch die Umsetzung vor Ort kaum kontrollierbar wäre. Deshalb forderte der Verband, die Regelung ohne Verschärfung der Anforderungen aus der EnEV 2014 zu übernehmen und dieser Empfehlung folgte auch der Gesetzgeber.

Je nach Einsatzbereich und Rohrinnendurchmesser ergeben sich unterschiedliche Dämmniveaus, wie z. B. 100%-Dämmung für Rohrdämmung im Fußbodenaufbau oder 200%-Dämmung für Rohrleitungen, die an der Außenluft grenzen.

Zu geringes Dämmniveau für Kälteverteilungsleitungen

Die Klimatechnik in der Energieeinsparverordnung wurde erstmals 2007 mit der Energieeinsparverordnung EnEV besichtigt und die Anforderungen in der EnEV 2009 konkretisiert. Danach forderten Fachgremien sowie zahlreiche Unternehmen, dass die Dämmdicke für Kälteverteilungsleitungen erhöht werden soll. Eine Dämmdicke von 6 mm reicht weder zur Vermeidung von Tauwasser noch zur Verminderung der Energieverluste. Deshalb sollten bei der Planung kältetechnischer Anlagen höhere Dämmstärken ausgeschrieben werden, so die Experten.

Die VDI 2055, Blatt 1, bietet eine Grundlage für die Berechnung optimaler Dämmdicken. Die Erzeugung tiefer Temperaturen in kältetechnischen Anlagen verlangt im Vergleich zur Heizung- und Warmwasserbereitung einen bedeutet hören Kosten- und Energieaufwand. Die höheren Investitionskosten für eine höhere Dämmung in diesem Anwendungsbereich machen sich jedoch schnell bezahlt.

Größere Isolierstärken für Solarleitungen gefordert

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) fordert eine 200%-Dämmung für Rohrleitungen, die direkt an die Außenluft grenzen, wie z. B. Solarleitungen. Doch eine solche Dämmung ist im Anschlussbereich von Solarleitungen nicht einzuhalten, so zum Beispiel der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) in einer Mitteilung. Vorgedämmte Solarleitungen werden heute mit einem Dämmniveau von max. 100 % angeboten. Bei fehlender Wirtschaftlichkeit bleibt der Eigentümer jedoch von der Pflicht zur nachträglichen Dämmung befreit und eine behördliche Prüfung sei nicht erforderlich.

Da zahlreiche Heizungsanlagen immer noch nicht ausreichend gedämmt werden, führt das zu hohen Energieverlusten. Die vorgeschriebenen Dämmdicken sind die gesetzlichen Mindestanforderungen, wobei sich die Dämmung von Rohrleitungen, Armaturen etc. bereits nach wenigen Monaten amortisiert.

Anregung für diesen Beitrag war eine Pressemitteilung der Firma Armacell, Erfinder von flexiblen Dämmstoffen für die Anlagenisolierung und eigenen Angaben zufolge führender Anbieter technischer Schäume.

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