Energieeffizient Heizen: Dresdner Startup Cloud&Heat vermarktet Abwärme von Servern

Beim Betrieb von Servern entsteht Wärme, deshalb müssen sie dauerhaft gekühlt werden. Das Dresdner Unternehmen Cloud&Heat hat sich diesem Problem angenommen und in einen Vorteil umgewandelt. Die von ihnen konzipierten Server-Schränke bieten nicht nur Rechenleistung, sondern können auch Wasser auf bis zu 60 Grad erhitzen und so ganze Häuser beheizen.

Logo Cloud & HeatNormalerweise müssen die Server stetig gekühlt werden, wobei die Abwärme meist ungenutzt verpufft. Cloud&Heat (früher Ao Terra) nutzt diese hingegen. So kann eine der dort installierten Cyber-Heizungen bis zu drei energieeffizient errichtete Einfamilienhäuser mit Warmwasser und Heizwärme versorgen, heißt es in dem Pressematerial von Cloud&Heat. Dazu wird durch feine Kanälchen, die dicht an den Prozessoren entlanglaufen, Wasser durch den Schrank geleitet. Ein Wärmetauscher speist dann die Wärme in den Pufferspeicher ein, welcher dann im Bedarfsfall warmes Wasser zur Verfügung stellt.

Natürlich stellt sich mancher die Frage, wie sich so etwas rechnet und wer eine solche Anlage überhaupt aufstellt. Kunden, die sowieso ein Rechenzentrum benötigen, um beispielsweise eigene Clouds zu nutzen, können von solch einer Anlage profitieren. Bei den Kunden kann es sich sowohl um KMU als auch um internationale Großkonzerne handeln. So hat beispielsweise der Energiekonzern Innogy drei solcher Server-Schränke erworben, um mit diesen Gebäude einfach und effizient zu beheizen. Auch am ehemaligen Sitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt sollen ab dem nächsten Monat Cloud&Heat-Server zum Einsatz kommen und den Euroturm mitheizen. Ein „grüner“ Rechenzentrum-Anbieter in Norwegen hat gleich einen ganzen Container voller Server-Schränke erworben, die bald auf die Reise gehen.

Welche Kosten entstehen?

Je nach Ausstattung liegen die Kosten für einen Server-Schrank von Cloud&Heat mit Wasserkühlung zwischen 25.000 und 250.000 Euro. Sie sind in ihrer Anschaffung also etwas teurer als Standardmodelle. Innerhalb weniger Monate amortisieren sich aber diese Kosten, denn mit diesem System werde die Hälfte der Ausgaben eingespart, die bei einer klassischen Luftkühlung entstehen. Den Kunden bleibt auch überlassen, was sie mit den Rechnerkapazitäten anstellen. Manche nutzen sie selbst, andere vertreiben die Prozessorleistung weiter, beispielsweise an Privatleute oder kleinere Unternehmen, die Cloud-Speicherplatz benötigen. Auch Innogy plant einen Weitervertrieb der Prozessorleistung.

Immer größere Nachfrage nach Rechenleistung führt zu neuen Energieeffizienzpotenzialen

Da die Nachfrage nach Rechenleistung im Zuge der Digitalisierung auf in Unternehmen immer weiter steigt, werden auch die Rechenzentren größer. Deren Abwärme werde weltweit aus Kostengründen immer stärker genutzt. Die Wärmeumwandlung mache also Sinn. Dies bestätigt auch eine Umfrage es Berliner Borderstep-Instituts. Dessen Angaben zur Folge glauben die Hälfte der Rechenzentren-Betreiber, mit der Nutzung der Wärme viel Energie einsparen zu können. 30 Prozent der Befragten versuchten dies bereits, aber oft nur in geringem Umfang. Experten schätzen, dass allein in Deutschland etwa 50.000 Rechenzentren unterschiedlicher Größe betrieben werden. Von der Größe her sei alles dabei, angefangen beim firmeneigenen Server-Schrank bis hin großen Rechenzentrum, das eine Fläche von mehreren Fußballfeldern einnimmt. Allein zwischen 2011 und 2016 habe sich deren Gesamtfläche um 15 Prozent erhöht. Ein Markt mit großem Potenzial für die Energiewende und Energieeinsparpotenzial für die Unternehmen.

Heizen privater Wohnhäuser wohl keine Option

Cloud & Heat Server und Wohnhaus
Das Bild zeigt Cloud&Heat-Server und deren Einsatz in der Wallotstraße Dresden. Hier werden 56 Dresdner Wohneinheiten mit warmen Wasser und Heizenergie durch die Abwärme von Servern versorgt (Bild © Collage: Cornelius Ober GmbH; Einzelbilder: Cloud&Heat).

Bis jetzt arbeitet Cloud&Heat eigenen Angaben nach noch nicht rentabel. Dies soll sich aber bis spätestens 2020 ändern. Für das laufende Jahr erwarte man einen Umsatz von drei Millionen Euro, im kommenden Jahr soll sich dieser verdoppeln. Systematisch werden Wohnhäuser wohl eher nicht mit Servern beheizt werden. Mit dieser Idee war das Unternehmen eigentlich gestartet und hat 80 Häuser mit den Server-Schränken bestückt. Allerdings sei man auf der Rechenleistung sitzengeblieben. Dies könne sich in Zukunft aber durchaus ändern, wenn sich beispielsweise das autonome Fahren durchsetze, was externe Rechenleistung benötige.

Zur Abwärme beraten lassen

Fallen in Ihrem Unternehmen größere Mengen an Abwärme, beispielsweise durch die hier stationierten Rechner, aber auch andere technische Anlagen an? Dann erstellt Ihnen die Cornelius Ober GmbH gern im Rahmen eines Vor-Ort-Termins mit daran anschließender schriftlicher Analyse einen Maßnahmeplan, wie Sie diese effizient nutzen und dabei Förderungen der KfW-Bank erhalten können. Bei dieser Gelegenheit schauen wir uns auch die Gebäudesituation vor Ort an und weisen auch Einsparpotenziale hin. Selbstverständlich informieren wir Sie die dieser Gelegenheit auch über weitere verschiedenen Förderprogramme, die für Sie in diesem Fall in Frage kämen.

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