Sanierungsquote 2025 weiter gefallen – Klimaziele im Gebäudesektor unter Druck

Teilmodernisiertes Mehrfamilienhaus mit Gerüst neben unsaniertem Altbau – Symbolbild für sinkende Sanierungsquote in Deutschland
Die energetische Sanierungsquote in Deutschland ist 2025 erneut gesunken und erreicht einen neuen Tiefpunkt. Damit rückt das Erreichen der Klimaziele im Gebäudesektor weiter in die Ferne. Experten fordern verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen und stärkere Anreize, um Investitionen in die Gebäudehülle und moderne Heiztechnik wieder in Gang zu bringen.

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  • Sanierungsquote 2025 auf neuem Tiefstand
  • Klimaziele im Gebäudesektor zunehmend gefährdet
  • Wohn- und Nichtwohngebäude gleichermaßen betroffen
  • Hoher Sanierungsstau in öffentlichen Gebäuden
  • Fehlende Planungssicherheit hemmt Investitionen

Die energetische Sanierungsquote im deutschen Gebäudebestand ist im Jahr 2025 weiter gesunken. Mit nur noch 0,67 Prozent bei den rund 19,5 Millionen Wohngebäuden wurde ein neuer Tiefstand erreicht. Im Jahr 2024 lag der Wert noch bei 0,69 Prozent, 2023 bei 0,70 Prozent. Auch bei den Nichtwohngebäuden setzt sich der Negativtrend fort: Hier sank die Quote auf 0,92 Prozent (Quelle: buveg.de).

Ermittelt werden die Zahlen im Auftrag des Bundesverband energieeffiziente Gebäudehülle e. V. durch das Marktforschungsinstitut B+L Marktdaten Bonn (Buveg). Die Sanierungsquote gilt als zentrale Kennzahl für die Wärmewende im Gebäudesektor. Fachleute sind sich einig: Um die vereinbarten Klimaziele zu erreichen, wäre eine jährliche Quote von mindestens zwei Prozent erforderlich.

Tatsächlich wurden lediglich 260.000 Wohneinheiten energetisch modernisiert – notwendig gewesen wären laut der Deutschen Energie-Agentur (dena) rund 460.000. Bis müsste die Zahl sogar auf bis zu 730.000 Sanierungen pro Jahr steigen, um Klimaneutralität im Gebäudebestand realistisch zu erreichen.

Politische Unsicherheit und Investitionszurückhaltung

Als ein wesentlicher Hemmschuh gilt die anhaltende Unsicherheit rund um das Gebäudeenergiegesetz (GEG). Insbesondere die Diskussion um das sogenannte „Heizungsgesetz“ hat viele private und institutionelle Eigentümer verunsichert. Zwar schreibt §71c GEG vor, dass neue Heizungsanlagen mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien oder unvermeidbare Abwärme nutzen müssen, doch Experten plädieren dafür, Effizienzmaßnahmen an der Gebäudehülle stärker einzubeziehen.

„Die Sanierungstätigkeit ist in Deutschland auf einem besorgniserregenden Niveau“, warnt Jan Peter Hinrichs, Geschäftsführer des Bundesverbands energieeffiziente Gebäudehülle. Ein ambitioniertes Gebäudeenergiegesetz könne Investitionen wieder attraktiver machen und langfristig Energiekosten senken. Doch vielerorts fehle es an Planungssicherheit – sowohl bei Förderprogrammen als auch bei gesetzlichen Vorgaben.

Besonders kritische Lage bei kommunalen Gebäuden

Besonders kritisch ist die Lage bei öffentlichen Nichtwohngebäuden wie Schulen, Krankenhäusern oder Verwaltungsgebäuden. Hier besteht ein erheblicher Sanierungsstau. Gleichzeitig verursachen Gebäude in Deutschland rund 30 Prozent der gesamten CO₂-Emissionen. Vor allem ineffiziente Gebäude der Klassen G und H treiben den Energieverbrauch in die Höhe. Zwei Drittel aller Wohngebäude liegen in den Klassen D bis H und verbrauchen mehr als 100 kWh pro Quadratmeter und Jahr.

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Neben den klimapolitischen Folgen hat dies auch wirtschaftliche Auswirkungen: Energetisch schlechte Immobilien verlieren deutlich an Marktwert. Laut Branchenangaben liegt der Wertabschlag gegenüber sanierten Gebäuden mittlerweile bei bis zu 40 Prozent. Auch einzelne Gewerke wie der Fenstermarkt spüren die Zurückhaltung deutlich – selbst vergleichsweise einfache Maßnahmen wie der Austausch alter Fenster bleiben auf niedrigem Niveau.

Für Eigentümer, Kommunen und Unternehmen wird damit klar: Ohne klare politische Leitplanken, attraktive Förderbedingungen und ganzheitliche Energieberatung droht der Gebäudesektor seine Klimaziele weiter zu verfehlen.

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