Digitale Heizungsoptimierung wächst – Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft

Digitale Heizungsoptimierung an einem Heizkörper mit smartem Thermostat und Tablet zur Energieüberwachung
Digitale Heizungsoptimierung kann den Energieverbrauch in Mehrfamilienhäusern um bis zu 20 Prozent senken. Eine aktuelle dena-Umfrage zeigt starkes Marktwachstum bei gleichzeitig geringer Verbreitung. Dabei profitieren Vermietende wie Mietende gleichermaßen von effizienteren Heizsystemen.

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Die Heizsaison macht jedes Jahr aufs Neue deutlich, wo viele Schwachstellen im Gebäudebestand liegen: Heizungsanlagen laufen häufig ineffizient, verursachen unnötig hohe Kosten und belasten das Klima. Dabei stehen längst digitale Lösungen zur Verfügung, mit denen sich der Heizbetrieb kontinuierlich überwachen und optimieren lässt. Eine aktuelle Umfrage der Deutsche Energie-Agentur (dena) zeigt nun, wie sich dieser Markt entwickelt – mit einem klaren Ergebnis: Die digitale Heizungsoptimierung wächst stark, bleibt aber bislang eine Nische.

Grundlage der Erkenntnisse ist die Umfrage „Digitales Heizungsmonitoring in deutschen Mehrfamilienhäusern“ des Kompetenzzentrum für Energieeffizienz durch Digitalisierung (KEDi). Befragt wurden Anbieter digitaler Monitoring- und Optimierungslösungen. Positiv fällt auf: In den vergangenen drei Jahren verzeichneten die teilnehmenden Unternehmen jährliche Wachstumsraten von über 50 Prozent. Das zeigt, dass der Markt in Bewegung ist und digitale Technologien zunehmend akzeptiert werden.

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Effizienzgewinne von bis zu 20 Prozent möglich

Trotz dieses Wachstums ist die Marktdurchdringung weiterhin gering. Digitale Heizungsmonitoring- und Optimierungssysteme sind derzeit in nur etwas mehr als vier Prozent der Mehrfamilienhäuser im Einsatz. Angesichts des enormen Einsparpotenzials ist das eine verpasste Chance: Fachleute gehen davon aus, dass sich durch digitale Heizungsoptimierung zehn bis 20 Prozent Energie einsparen lassen – ohne aufwendige bauliche Maßnahmen.

Aus Sicht der dena könnten digitale Lösungen einen wichtigen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele im Gebäudesektor leisten. Heike Marcinek, Arbeitsgebietsleiterin Klimaneutrale Gebäude bei der dena, betont, dass ein konsequenter Rollout dieser Technologien den Energieverbrauch sowie die Heizkosten für Vermietende und Mietende schnell und wirtschaftlich senken könne. Ein entscheidender Faktor sei dabei die Umlagefähigkeit der Kosten, die der Wohnungswirtschaft die Sorge vor zusätzlichen finanziellen Belastungen nehme.

Über die reine Energieeinsparung hinaus bieten digitale Heizungsmonitoring-Systeme weitere Vorteile. Sie ermöglichen eine vorausschauende Wartung, da Störungen oder Fehlfunktionen frühzeitig erkannt werden. Gleichzeitig liefern sie wertvolle Daten, die als Grundlage für gezielte Sanierungsmaßnahmen dienen können. Auch gesetzliche Pflichten zur Heizungsprüfung und -optimierung lassen sich mithilfe digitaler Systeme einfacher und transparenter erfüllen.

Für Vermietende eröffnen sich zudem neue, servicebasierte Geschäftsmodelle, da die Kosten häufig über die Nebenkosten abgerechnet werden können. Mietende profitieren im Gegenzug von einem effizienteren Anlagenbetrieb und einem geringeren Energieverbrauch – und sparen trotz Umlage unterm Strich Heizkosten. Aus Sicht vieler Energieberater ist die digitale Heizungsoptimierung daher ein sinnvoller erster Schritt, um bestehende Gebäude wirtschaftlich und klimafreundlich zu betreiben.

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